Die Geburt des Internets
FEATUREDB2


Das Internet ist heute aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Egal ob für die Arbeit, das Studium oder die private Kommunikation – fast alle Lebensbereiche sind mit diesem weltweiten Netzwerk verknüpft. Doch der Weg zu dieser revolutionären Technologie hat vor mehreren Jahrzehnten mit ganz anderen Zielen begonnen. Die Entstehungsgeschichte des Internets zeigt, wie aus militärischer Forschung und wissenschaftlicher Zusammenarbeit ein globales Phänomen entstanden ist.
Der Ursprung des Netzes liegt in den späten 1960er-Jahren zur Zeit des Kalten Krieges. Das US-Verteidigungsministerium hat damals ein Projekt namens ARPANET ins Leben gerufen. Das Hauptziel dieses Vorhabens hat darin bestanden, ein dezentrales Kommunikationsnetzwerk aufzubauen. Man hat befürchtet, dass ein gegnerischer Angriff auf ein zentrales System die gesamte Kommunikation der Regierung lahmlegen könnte. Die Wissenschaftler haben deshalb eine innovative Methode entwickelt: Daten sind in kleine Pakete aufgeteilt und über verschiedene Wege an das Ziel geschickt worden. Falls ein einzelner Knotenpunkt zerstört worden ist, haben die Daten automatisch eine andere Route gewählt. Im Jahr 1969 ist schließlich die erste erfolgreiche Verbindung zwischen zwei Universitätscomputern in den USA hergestellt worden.
In den folgenden Jahren haben immer mehr Universitäten und Forschungsinstitute ihre Rechner an dieses System angeschlossen. Das System ist kontinuierlich gewachsen, doch es hat zunächst ein grundlegendes Problem gegeben: Die verschiedenen Computernetzwerke haben unterschiedliche Sprachen gesprochen und haben nicht direkt miteinander kommunizieren können. Um diese Hürde zu überwinden, haben Informatiker das TCP/IP-Protokoll entwickelt. Diese Standardisierung hat als gemeinsame Sprache fungiert und den Grundstein für das moderne Internet gelegt, da nun beliebig viele verschiedene Netzwerke miteinander verknüpft werden konnten.
Der eigentliche Durchbruch für die breite Masse hat sich jedoch erst Anfang der 1990er-Jahre ereignet. Am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf hat der britische Wissenschaftler Tim Berners-Lee nach einem Weg gesucht, um den Austausch von Dokumenten zwischen Forschern weltweit zu vereinfachen. Zu diesem Zweck hat er das World Wide Web (WWW) erfunden. Er hat Hyperlinks, die HTML-Sprache und den ersten Webbrowser entwickelt. Durch diese Innovation hat man nicht mehr nur komplizierte Textbefehle eingeben müssen, sondern hat sich mit einfachen Klicks durch Webseiten bewegen können.
Diese Vereinfachung hat das Netz für die Öffentlichkeit und für kommerzielle Unternehmen zugänglich gemacht. Innerhalb weniger Jahre hat sich das Internet explosionsartig verbreitet. Man hat Online-Shops eröffnet, E-Mails verschickt und digitale Nachrichtenseiten aufgebaut.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Internet nicht von einer einzelnen Person erfunden worden ist, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger internationaler Forschung darstellt. Was einst als spezialisiertes militärisches Sicherheitskonzept begonnen hat, hat sich zu einem unersetzlichen Medium entwickelt, das die menschliche Zivilisation nachhaltig verändert hat und unser Wissen wie auch unsere Kultur täglich miteinander verbindet.
