Die Französiche Revolution (A1-A2)
NEWHÖREN

Im Jahr 1789 war die Situation in Frankreich sehr schwierig. König Ludwig XVI. hatte ein großes Problem: Der Staat hatte absolut kein Geld mehr. Warum? Frankreich hat in Amerika teure Kriege geführt. Der König hat in seinem Palast in Versailles sehr viel Geld für Feste und Luxus ausgegeben. Währenddessen war das normale Volk in Paris extrem arm.
Die Natur hat in dieser Zeit auch nicht geholfen. Das Wetter im Jahr 1788 war schrecklich. Es hat im Sommer große Unwetter gegeben und die Ernte ist fast komplett kaputtgegangen. Deshalb hat es in Frankreich kaum noch Mehl gegeben. Der Preis für Brot ist extrem schnell gestiegen. Ein einfacher Arbeiter hat fast sein ganzes Geld nur für Brot bezahlt. Die Menschen waren sehr hungrig und verzweifelt.
Der König hat dann eine fatale Entscheidung getroffen. Er wollte mehr Geld haben, also hat er die Steuern für die armen Bürger erhöht. Die Kirche und die reichen Adligen hatten jedoch Privilegien; sie haben fast keine Steuern bezahlt. Das Volk hat das nicht mehr akzeptiert. In den Cafés von Paris haben die Menschen laut über Gerechtigkeit diskutiert. Die Wut auf den König ist jeden Tag gewachsen. Alles war bereit für einen großen Knall.
In Frankreich war die Gesellschaft wie eine Pyramide gebaut. Ganz oben war der König, aber darunter gab es drei feste Gruppen. Der erste Stand war der Klerus (die Kirche). Die Bischöfe und Priester hatten sehr viel Land und viel Macht. Der zweite Stand war der Adel (die Reichen). Diese Menschen hatten große Schlösser und wichtige Jobs beim König. Das große Problem war: Diese zwei Gruppen waren sehr reich, aber sie haben keine Steuern bezahlt. Sie hatten alle Privilegien und ein sehr bequemes Leben.
Der dritte Stand war der Rest der Bevölkerung. Das waren fast 98 % aller Menschen in Frankreich. Zu dieser Gruppe haben einfache Bauern, Handwerker, Lehrer und auch reiche Kaufleute gehört. Diese Menschen hatten fast keine Rechte, aber sie haben für alles bezahlt. Sie haben hart auf den Feldern gearbeitet und fast ihr ganzes Geld an den König und die Kirche gegeben. Wenn die Ernte schlecht war, haben sie trotzdem Steuern bezahlt. Das ist für viele Menschen total unfair gewesen (pardon, war unfair).
Im Jahr 1789 hat der König die Vertreter von allen drei Ständen nach Versailles gerufen. Er hat diese Versammlung „Generalstände“ genannt. Er wollte über neue Steuern sprechen. Aber der dritte Stand hat dieses Mal nicht mitgemacht. Die Vertreter haben gesagt: „Wir sind das Volk! Wir wollen, dass jede Stimme gleich viel zählt.“ Der König und der Adel haben das natürlich abgelehnt.
Die Männer vom dritten Stand waren sehr mutig. Sie sind in ein großes Ballhaus in der Nähe gegangen. Dort haben sie geschworen: „Wir gehen hier nicht weg, bis wir eine neue Verfassung für Frankreich haben!“ Sie haben sich „Nationalversammlung“ genannt. Das war der erste große Protest gegen den König. Die einfache Bevölkerung in Paris hat das gehört und ist sehr nervös geworden. Sie hatten nun keine Angst mehr, sondern Hoffnung auf eine neue Zeit.
Im Juli 1789 war die Stimmung in Paris extrem explosiv. Der König hatte Angst vor der neuen Nationalversammlung, also hat er tausende Soldaten um Paris positioniert. Die Menschen in der Stadt haben das gesehen und waren sehr nervös. Sie haben gedacht: „Der König möchte uns angreifen!“ Gleichzeitig hat der König seinen Finanzminister Necker entlassen. Das Volk hat Necker geliebt, deshalb war diese Nachricht wie ein Schock.
Überall in Paris haben Menschen laut geschrien. Ein Mann namens Camille Desmoulins ist auf einen Tisch gestiegen und hat gerufen: „Zu den Waffen!“ Die Bürger hatten aber ein Problem: Sie hatten zwar Mut, aber sie hatten kein Schießpulver. Sie wussten, dass es in der Bastille viel Munition gab. Die Bastille war eine alte, dicke Festung und ein Gefängnis. Für die Pariser war sie das Symbol für die Tyrannei des Königs.
Am Morgen des 14. Juli sind tausende Menschen zur Bastille marschiert. Sie haben vom Kommandanten der Festung das Schießpulver gefordert. Aber der Kommandant hat abgelehnt. Plötzlich ist die Situation eskaliert. Die Menge hat die Ketten der Zugbrücke kaputtgemacht und ist in den Hof gelaufen. Die Soldaten in der Festung haben auf das Volk geschossen. Es hat viele Tote gegeben. Aber die Bürger haben nicht aufgegeben. Sie hatten Kanonen und haben die Tore angegriffen.
Am Nachmittag hat der Kommandant schließlich aufgegeben. Das Volk hat die Tore geöffnet und die Festung erobert. Sie haben die sieben Gefangenen befreit und den Kommandanten getötet. Es war ein totaler Sieg für die einfachen Menschen. Als König Ludwig XVI. in Versailles davon gehört hat, hat er gefragt: „Ist das eine Revolte?“ Ein Diener hat geantwortet: „Nein, Sire, das ist eine Revolution!“ Die Bastille war nun zerstört, und die Macht des Königs war für immer gebrochen.
Nach dem Sturm auf die Bastille hatte der König große Angst. Die Revolution war nun überall in Frankreich. Auf dem Land haben die Bauern die Schlösser der Adligen angegriffen. Sie haben alte Dokumente verbrannt, weil sie keine Steuern mehr bezahlen wollten. Die Nationalversammlung in Paris hat gesehen, dass sie schnell handeln muss. In der Nacht vom 4. August 1789 hat sie eine historische Entscheidung getroffen: Die Privilegien vom Adel und von der Kirche waren plötzlich weg. Alle Menschen waren ab jetzt vor dem Gesetz gleich.
Aber das war noch nicht genug. Die Abgeordneten wollten ein Dokument für die Ewigkeit schreiben. Am 26. August haben sie die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte veröffentlicht. Das war eine Sensation! In diesem Text stand: „Die Menschen sind von Geburt an frei und bleiben frei.“ Der König hatte nun keine absolute Macht mehr. Er war nicht mehr der Besitzer des Landes, sondern nur noch ein Diener des Gesetzes. Die neue Parole war: Liberté, Égalité, Fraternité (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit).
Frauen hatten in dieser Zeit aber noch ein schweres Leben. Das Brot in Paris war immer noch sehr teuer und die Kinder hatten Hunger. Im Oktober 1789 sind tausende mutige Frauen von Paris nach Versailles marschiert. Sie hatten Messer und sogar Kanonen dabei. Sie haben laut nach Brot gerufen und sind in den Palast eingedrungen. Sie haben den König und die Königin gezwungen, mit ihnen nach Paris zu kommen.
Der König hat nun im Tuilerien-Palast mitten in Paris gewohnt. Das Volk hat ihn dort Tag und Nacht beobachtet. Er war fast wie ein Gefangener. In dieser Zeit hat die Nationalversammlung viele neue Regeln gemacht. Sie hat das Kirchengeld genommen, um die Schulden vom Staat zu bezahlen. Frankreich hat nun eine moderne Verfassung gehabt. Alles hat sich verändert, aber der König hat im Geheimen schon einen Plan für seine Flucht gemacht.
Im Jahr 1791 war die Situation für König Ludwig XVI. unerträglich. Er hat im Tuilerien-Palast in Paris gewohnt, aber er war dort nicht glücklich. Er war wie ein Gefangener. Die Nationalversammlung hat jeden Tag neue Gesetze gemacht und seine Macht war fast weg. Seine Frau, Marie Antoinette, hat ihm jeden Tag gesagt: „Wir müssen hier weg! Wir müssen Hilfe von anderen Königen in Europa holen.“ In der Nacht vom 20. Juni 1791 haben sie ihren geheimen Plan gestartet.
Die königliche Familie hat sich verkleidet. Der König hat Kleidung von einem Kammerdiener getragen und die Königin war als Gouvernante maskiert. Sie sind leise aus dem Palast geschlichen und sind in eine Kutsche gestiegen. Ihr Ziel war die Stadt Montmédy an der Grenze. Dort hat eine Armee auf sie gewartet. Der König wollte mit diesen Soldaten zurück nach Paris kommen und die Revolution mit Gewalt stoppen. Die Kutsche ist die ganze Nacht gefahren. Der König hat gedacht: „Endlich bin ich frei!“
Aber die Flucht war zu langsam. Die Kutsche war sehr schwer und groß. Am nächsten Tag hat das Volk in Paris den leeren Palast entdeckt. Die Nachricht ist wie ein Lauffeuer durch Frankreich gegangen: „Der König ist geflohen! Er hat uns verraten!“ Überall haben die Menschen nach der Kutsche gesucht. In der kleinen Stadt Varennes hat die Flucht schließlich geendet. Ein Postmeister namens Drouet hat den König erkannt. Wie? Er hat das Gesicht vom König auf einer Münze (Geld) gesehen und hat die Ähnlichkeit bemerkt.
Drouet ist schnell in die Stadt geritten und hat die Glocken geläutet. Die Bürger von Varennes haben die Brücke blockiert. Als die Kutsche angekommen ist, war es vorbei. Einfache Bauern mit Mistgabeln haben den Weg versperrt. Der König musste aussteigen. Er hat protestiert, aber niemand hat ihm geholfen. Die Soldaten, die auf ihn gewartet hatten, sind nicht gekommen. Es war eine totale Katastrophe für die Monarchie.
Die Rückreise nach Paris war eine tiefe Demütigung. Tausende Menschen haben am Straßenrand gestanden. Aber es war ganz leise. Niemand hat den Hut abgenommen und niemand hat „Es lebe der König“ gerufen. Die Nationalgarde hat die Kutsche begleitet. In Paris haben die Menschen den König mit Wut angesehen. Für das Volk war er jetzt kein Vater mehr, sondern ein Verräter und ein Lügner. Die Menschen hatten nun keine Hoffnung mehr auf eine gute Monarchie. In den Köpfen der Revolutionäre ist eine neue Idee gewachsen: „Wir brauchen keinen König mehr. Wir brauchen eine Republik!“
Nach der Flucht nach Varennes war das Vertrauen zwischen dem Volk und dem König absolut kaputt. Die Menschen in Paris waren sehr wütend und haben sich im Sommer 1792 vor dem Tuilerien-Palast getroffen. Sie hatten Waffen und haben laut „Tod dem Tyrannen!“ gerufen. Am 10. August ist die Situation komplett eskaliert. Tausende Revolutionäre sind in den Palast eingedrungen. Es hat einen blutigen Kampf gegen die Schweizer Garde (die Soldaten des Königs) gegeben. Der König hat mit seiner Familie in die Nationalversammlung geflüchtet, aber er war dort nicht mehr sicher.
Die Nationalversammlung hat eine radikale Entscheidung getroffen: Sie hat den König offiziell von seinem Amt suspendiert. Die Abgeordneten haben die Monarchie für beendet erklärt. Frankreich war nun keine Monarchie mehr. Aber es gab ein neues Problem: Die Armeen von Österreich und Preußen waren an der Grenze. Sie wollten den König retten und haben Frankreich angegriffen. Die Revolution war in großer Gefahr. Aber die französischen Soldaten waren sehr motiviert. Sie haben bei der Schlacht von Valmy gegen die Profi-Soldaten aus dem Ausland gewonnen. Das war ein echtes Wunder!
Einen Tag nach diesem Sieg, am 21. September 1792, ist etwas Historisches passiert: Die neue Versammlung (der Nationalkonvent) hat die Republik ausgerufen. Das war das erste Mal in der Geschichte von Frankreich. Das bedeutet: Das Volk hatte nun die Macht, nicht mehr eine Familie durch Geburt. Die Abgeordneten haben auch einen neuen Kalender gemacht. Das Jahr 1792 war jetzt das „Jahr I“ der Freiheit. Alles, was alt war, ist verschwunden. Die Menschen haben sich nicht mehr mit „Monsieur“ oder „Madame“ begrüßt, sondern nur noch mit „Citoyen“ (Bürger) oder „Citoyenne“ (Bürgerin). Alle waren nun theoretisch Brüder und Schwestern.
Aber was ist mit dem König passiert? Er war jetzt kein König mehr, sondern nur noch ein einfacher Bürger mit dem Namen „Louis Capet“. Die Revolutionäre haben ihn im Gefängnis „Temple“ eingesperrt. Der Nationalkonvent hat im Dezember einen Prozess gegen ihn gestartet. Sie haben ihn wegen Hochverrat angeklagt. Viele Abgeordnete waren sehr radikal und haben den Tod für Louis gefordert. Sie haben gesagt: „Damit die Republik leben kann, muss der König sterben.“ Frankreich war nun eine Republik, aber der Preis für diese Freiheit war sehr hoch. Die Zeit der Gewalt hat gerade erst begonnen.
Im Januar 1793 war die Stimmung in Paris extrem geladen. Der Prozess gegen den ehemaligen König Ludwig XVI. (jetzt nur noch Bürger Louis Capet) war zu Ende. Die Abgeordneten im Nationalkonvent hatten lange diskutiert. Am Ende war das Ergebnis sehr knapp, aber die Radikalen haben gewonnen. Das Urteil war: Tod durch die Guillotine. Viele Menschen in Europa waren schockiert. Ein König war in dieser Zeit für viele wie ein Stellvertreter Gottes auf Erden. Aber für die Revolutionäre in Paris war er nur noch ein Verräter.
Am 21. Januar 1793 ist die Sonne über Paris aufgegangen, aber es war ein kalter und nebliger Tag. Tausende Soldaten haben die Straßen blockiert. Louis Capet ist in einer geschlossenen Kutsche zum „Platz der Revolution“ (heute Place de la Concorde) gefahren. Er war sehr ruhig und hat in einem Gebetbuch gelesen. Als er die Stufen zur Guillotine gestiegen ist, hat er zum Volk gesprochen. Er hat gesagt: „Ich sterbe unschuldig!“ Aber die Trommeln der Soldaten waren so laut, dass niemand ihn mehr gehört hat. Dann ist das schwere Messer gefallen. Ein Soldat hat den Kopf vom König hochgehalten und die Menge hat gerufen: „Es lebe die Republik!“
Aber die Gewalt hat nach dem Tod des Königs nicht aufgehört. Im Oktober 1793 hat auch die Königin Marie Antoinette das gleiche Schicksal gehabt. Sie war im Gefängnis sehr alt und krank geworden. Sie ist auf einem einfachen Karren zur Hinrichtung gefahren. Die Menschen auf der Straße haben sie beschimpft. Marie Antoinette war sehr stolz bis zum Ende. Als sie dem Henker (Exekutor) aus Versehen auf den Fuß getreten ist, hat sie sogar noch gesagt: „Pardon, Monsieur, ich habe es nicht mit Absicht gemacht.“ Es waren ihre letzten Worte.
Warum haben die Revolutionäre die Guillotine benutzt? Ein Arzt namens Dr. Guillotin hatte diese Maschine vorgeschlagen. Er hat gedacht: „Das ist humaner und schneller.“ Früher hatten Hinrichtungen oft lange gedauert und waren sehr grausam. Die Guillotine war eine „demokratische“ Maschine, weil jeder Mensch gleich gestorben ist – egal ob König oder armer Bauer. Aber bald ist die Maschine fast jeden Tag gelaufen. Die Revolution hat angefangen, ihre eigenen Kinder zu fressen. Niemand war mehr sicher, denn ein falsches Wort war nun genug für ein Todesurteil.
Nach dem Tod des Königs war Frankreich in einem Chaos. Es gab Krieg gegen das Ausland und Aufstände im Inland. Die Revolutionäre hatten große Angst, die Kontrolle zu verlieren. Deshalb hat eine kleine Gruppe die Macht übernommen: der Wohlfahrtsausschuss. Der Chef dieser Gruppe war Maximilian de Robespierre. Er war ein Rechtsanwalt und sehr diszipliniert. Die Menschen haben ihn „den Unbestechlichen“ genannt, weil er kein Geld wollte. Aber er hatte eine radikale Idee: Er wollte eine perfekte Republik, und wer nicht perfekt war, war ein Feind.
Im Jahr 1793 hat Robespierre ein Gesetz gegen „Verdächtige“ gemacht. Das war der Anfang vom großen Terror. Es war nun sehr einfach, im Gefängnis zu landen. Man hat keine Beweise gebraucht. Wenn jemand nicht laut genug „Es lebe die Republik!“ gerufen hat, war er schon verdächtig. Die Nachbarn haben sich gegenseitig beobachtet und bei der Polizei verraten. Sogar alte Freunde der Revolution sind vor das Tribunal gekommen. Ein berühmter Mann namens Danton hat gesagt: „Stoppt die Gewalt!“ Aber Robespierre hat ihn auch zur Guillotine geschickt.
In Paris ist das Blut buchstäblich durch die Straßen geflossen. Die Guillotine hat jeden Tag gearbeitet, manchmal Stunden lang. In ganz Frankreich sind zirka 40.000 Menschen gestorben. Die Menschen in Paris hatten so große Angst, dass sie auf den Straßen fast nicht mehr gesprochen haben. Alles war grau und traurig. Robespierre hat sogar eine neue Religion erfunden: den „Kult des Höchsten Wesens“. Er hat große Feste gefeiert, aber das Volk war müde von den Hinrichtungen und vom Hunger.
Am Ende ist das System gegen Robespierre selbst gegangen. Die anderen Politiker im Konvent hatten Panik. Sie haben gedacht: „Morgen bin ich vielleicht der Nächste auf der Liste.“ Am 27. Juli 1794 (im neuen Kalender der 9. Thermidor) haben sie im Parlament laut gegen Robespierre geschrien. Sie haben ihn verhaftet. Robespierre hat versucht, sich zu töten, aber er hat nur seinen Kiefer verletzt. Einen Tag später ist er selbst unter die Guillotine gekommen. Mit seinem Kopf ist auch der große Terror gefallen. Die Menschen in Paris haben endlich wieder gelacht und in den Straßen getanzt. Die radikale Zeit war zu Ende, aber Frankreich hatte immer noch keine Ruhe.
Nach dem Tod von Robespierre war Frankreich in einer sehr schwierigen Phase. Die Menschen waren müde von der Gewalt und vom Blut auf den Straßen. Eine neue Regierung hat die Macht übernommen, man hat sie das „Direktorium“ genannt. Aber diese Regierung war schwach und nicht sehr beliebt. Das Volk hatte immer noch Hunger, und die Wirtschaft war am Boden. Gleichzeitig hatten die Feinde von Frankreich (wie England und Österreich) wieder Hoffnung und haben das Land von allen Seiten angegriffen. In diesem Moment hat die Stunde eines jungen Mannes geschlagen: Napoleon Bonaparte.
Napoleon war ein kleiner Mann aus Korsika, aber er hatte ein riesiges Talent für den Krieg. Er war sehr ehrgeizig und hat schon als junger Offizier viele Schlachten gewonnen. Das Volk hat seine Geschichten aus Italien und Ägypten gelesen und hat ihn wie einen Helden gefeiert. Er war für viele Franzosen die einzige Hoffnung auf Frieden und Stabilität. Im Jahr 1799 ist er heimlich aus Ägypten nach Paris zurückgekehrt. Die Situation in der Hauptstadt war perfekt für einen Plan: Das Direktorium hatte keine Kontrolle mehr, und die Politiker haben nur noch gestritten.
Am 9. November 1799 (nach dem Revolutionskalender der 18. Brumaire) ist Napoleon mit seinen Soldaten in das Parlament marschiert. Er hat die Politiker gezwungen, ihm die Macht zu geben. Man hat diesen Moment einen „Staatsstreich“ genannt. Er hat sich selbst zum „Ersten Konsul“ erklärt. Offiziell war Frankreich immer noch eine Republik, aber in der Realität war Napoleon jetzt ein Diktator. Er hat sofort angefangen, das Land neu zu organisieren. Er hat ein wichtiges Gesetzbuch geschrieben, den „Code Civil“. In diesem Buch standen viele Ideen der Revolution, wie zum Beispiel die Freiheit der Person und die Gleichheit vor dem Gesetz. Aber die politische Freiheit war nun zu Ende.
Napoleon hat sehr hart gearbeitet. Er hat neue Schulen gebaut, die Steuern reformiert und die Verwaltung verbessert. Die Menschen in Frankreich waren zufrieden, weil es endlich wieder Brot und Sicherheit gab. Aber Napoleon wollte noch mehr. Er hat sich nicht mehr mit dem Titel „Konsul“ begnügt. Im Jahr 1804 ist er in die Kathedrale Notre-Dame in Paris gegangen. Dort hat er etwas Unglaubliches gemacht: Er hat dem Papst die Krone aus den Händen genommen und sie sich selbst auf den Kopf gesetzt. Jetzt war er Napoleon I., Kaiser der Franzosen.
Das war eine große Ironie der Geschichte. Die Revolution hat im Jahr 1789 begonnen, um einen König zu stürzen. Aber nur 15 Jahre später hatte Frankreich wieder einen Herrscher mit einer Krone. Napoleon war jedoch kein alter König von Gottes Gnaden. Er war ein Kaiser der Revolution. Er hat seine Armeen durch ganz Europa geführt und die Ideen von „Freiheit und Gleichheit“ mit Kanonen verbreitet. Überall, wo seine Soldaten angekommen sind, haben sie die alte Ordnung zerstört. Die Revolution war nun nicht mehr nur ein Ereignis in Paris, sie ist zu einem Weltbrand geworden. Napoleon war jetzt der mächtigste Mann der Welt, und ganz Europa hatte Angst vor ihm.
Die Französische Revolution ist im Jahr 1799 offiziell geendet, aber ihre Ideen sind für immer geblieben. Obwohl Napoleon ein Kaiser war, hat er viele Prinzipien der Revolution in ganz Europa verbreitet. Die alten Könige in anderen Ländern hatten große Angst, denn sie haben gesehen: Ein Volk kann seine Rechte selbst in die Hand nehmen. Das wichtigste Erbe war der „Code Civil“. Dieses Gesetzbuch hat festgelegt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Das war das Ende der alten Privilegien für den Adel.
Die drei Wörter Liberté, Égalité, Fraternité sind heute die Basis für viele moderne Demokratien. Die Revolutionäre haben den Menschen gezeigt, dass Freiheit ein Menschenrecht ist. Auch die Idee der Nation ist in dieser Zeit geboren. Die Menschen waren nicht mehr nur Untertanen eines Königs, sondern Bürger eines Landes. Sie haben eine gemeinsame Flagge (die Trikolore) und eine Nationalhymne (die Marseillaise) bekommen. Diese Symbole haben das Gefühl von Einheit und Stolz in Frankreich gestärkt.
Ein weiteres wichtiges Resultat war die Trennung von Kirche und Staat. Früher hatte die Kirche extrem viel Macht über das tägliche Leben und die Politik. Die Revolution hat das geändert. Schulen und Krankenhäuser sind langsam unabhängig von der Religion geworden. Das Bildungssystem hat sich verbessert, weil jetzt auch Kinder von armen Familien eine Chance auf Lernen hatten. Die Welt war nach der Revolution nicht mehr die gleiche wie vorher.
Natürlich hat die Revolution auch viel Leid gebracht. Tausende Menschen sind gestorben, und es hat viel Zerstörung gegeben. Aber ohne diesen Kampf hätten wir heute vielleicht keine Demokratien. Viele Länder in Europa und Südamerika haben sich an Frankreich ein Vorbild genommen und später eigene Revolutionen gestartet. Die Erklärung der Menschenrechte war der erste Schritt für die moderne Welt, in der wir heute leben.
Heute ist der 14. Juli immer noch der wichtigste Feiertag in Frankreich. Die Menschen feiern den Sieg über die Tyrannei. Ayrton Senna hat auf der Rennstrecke für seine Träume gekämpft, und das französische Volk hat auf den Straßen für seine Freiheit gekämpft. Beide Geschichten haben uns gelehrt: Wenn man ein festes Ziel hat und mutig ist, kann man die Welt verändern. Die Geschichte der Französischen Revolution ist eine Geschichte von Hoffnung, Schmerz und dem unendlichen Wunsch nach Freiheit.
