Das Leben von Thomas Edison
NEWHÖREN

Thomas Alva Edison ist am 11. Februar 1847 in Ohio geboren. Er ist ein sehr aufgewecktes Kind gewesen. Er hat immer „Warum?“ gefragt. Er hat wissen wollen, wie die Welt funktioniert. Aber in der Schule ist es nicht gut gelaufen. Nach nur drei Monaten hat sein Lehrer gesagt: „Thomas ist unfähig zu lernen. Er ist zu langsam.“ Der Lehrer hat gedacht, dass Thomas nicht intelligent ist, weil er oft geträumt hat.
Seine Mutter, Nancy Edison, ist sehr wütend auf den Lehrer gewesen. Sie hat gewusst, dass ihr Sohn ein Talent hat. Sie hat Thomas aus der Schule genommen und hat ihn zu Hause selbst unterrichtet. Sie hat ihm viele Bücher über Geschichte, Literatur und Naturwissenschaften gegeben. Thomas hat diese Bücher geliebt. Er hat schon als kleiner Junge sehr viel gelesen. Seine Mutter hat ihm beigebracht, dass man alles lernen kann, wenn man es wirklich möchte.
Schon mit neun Jahren hat Thomas ein großes Interesse für die Chemie gehabt. Er hat ein kleines Labor im Keller von seinem Haus gebaut. Er hat sein ganzes Taschengeld für Chemikalien und Glasflaschen ausgegeben. Einmal hat er fast das Haus angezündet, weil ein Experiment schiefgegangen ist! Aber Thomas hat nicht aufgehört. Er hat hunderte kleine Flaschen gehabt und auf jede Flasche hat er „Gift“ geschrieben. Er wollte nicht, dass jemand seine Experimente anfasst. Er hat Stunden im Keller verbracht und hat die Natur beobachtet.
Mit zwölf Jahren hat Thomas angefangen zu arbeiten. Er hat Zeitungen und Süßigkeiten in einem Zug verkauft. Aber er ist kein normaler Junge gewesen. Er hat eine kleine Druckmaschine im Zug gehabt und hat seine eigene Zeitung geschrieben und gedruckt. Sie hat „Grand Trunk Herald“ geheißen. Das ist die erste Zeitung der Welt gewesen, die in einem Zug produziert worden ist. Thomas hat schon früh gelernt, wie man arbeitet und wie man Geld verdient. Aber seine Liebe für die Wissenschaft ist immer auf Platz eins gewesen. Er hat sogar im Zug ein kleines Labor eingerichtet, bis es dort eines Tages gebrannt hat.
Thomas hat als Jugendlicher jeden Tag im Zug gearbeitet. Er ist sehr fleißig gewesen. Eines Tages im Jahr 1862 ist etwas Unglaubliches passiert. Thomas hat am Bahnhof gewartet und hat gesehen, wie ein kleiner Junge auf den Schienen gespielt hat. Ein schwerer Güterzug ist sehr schnell gekommen. Der Junge hat die Gefahr nicht gesehen. Thomas hat keine Sekunde gewartet. Er ist auf die Schienen gesprungen und hat das Kind gerettet.
Der Vater von dem Kind ist der Bahnhofsvorsteher gewesen. Er ist Thomas so dankbar gewesen! Er hat gesagt: „Du hast meinen Sohn gerettet. Ich möchte dir etwas beibringen. Ich zeige dir, wie man den Tellegrafen benutzt.“ Das ist ein Wendepunkt in Thomas' Leben gewesen. Zu dieser Zeit ist der Tellegraf das modernste Kommunikationsmittel der Welt gewesen. Man hat Nachrichten mit dem Morsealphabet geschickt (Punkte und Striche). Thomas hat das System sehr schnell gelernt. Er hat das rhythmische Klopfen der Signale geliebt.
Thomas ist ein Wander-Tellegrafist geworden. Er ist von Stadt zu Stadt gereist und hat in vielen Büros gearbeitet. Er hat nachts gearbeitet, damit er tagsüber Zeit für seine Experimente gehabt hat. Er hat oft alte Batterien und Kabel gesammelt. Aber Thomas hat ein Problem gehabt: Er hat immer schlechter hören können. Viele Menschen haben gedacht: „Ein Tellegrafist, der nicht gut hört? Das geht doch nicht!“ Aber Thomas hat eine Lösung gefunden. Er hat die Vibrationen der Geräte gespürt oder die Signale sehr genau beobachtet. Sein Hörproblem hat ihn nicht gestoppt, es hat ihn nur noch mehr konzentriert gemacht.
In dieser Zeit hat er seine erste richtige Erfindung gemacht: Einen elektrischen Stimmenzähler für Politiker. Er hat gedacht: „Das ist genial! Jetzt können Politiker schneller wählen.“ Er ist nach Washington gefahren und hat das Gerät gezeigt. Aber die Politiker haben gesagt: „Nein, das ist zu schnell. Wir wollen Zeit zum Diskutieren haben.“ Das ist eine wichtige Lektion für Thomas gewesen. Er hat verstanden: Eine Erfindung ist nur gut, wenn die Menschen sie auch wirklich kaufen und benutzen wollen. Von diesem Moment an hat er sich geschworen: „Ich werde nur noch Dinge erfinden, die für die Gesellschaft nützlich sind.“
Thomas Edison ist fast sein ganzes Leben lang fast taub gewesen. Er hat oft erzählt, wie das passiert ist. Eine Geschichte sagt: Ein Schaffner im Zug hat ihn an den Ohren hochgehoben, weil Thomas fast einen Unfall gehabt hat. Eine andere Geschichte sagt: Er ist als Kind krank gewesen (Scharlach) und das hat seine Ohren kaputtgemacht. Aber Thomas hat nie geweint oder sich beschwert. Er hat gesagt: „Ich bin froh, dass ich nicht alles höre. So kann ich mich viel besser auf meine Arbeit konzentrieren.“
In der lauten Welt des 19. Jahrhunderts haben viele Menschen Stress durch den Lärm in den Städten gehabt. Aber für Thomas ist es immer ruhig gewesen. Er hat in seinem Kopf eine eigene Welt gebaut. Wenn er in einem vollen Raum gewesen ist, hat er die Gespräche der anderen Leute nicht gehört. Das hat ihm geholfen, stundenlang über komplizierte technische Probleme nachzudenken. Er hat gesagt: „Meine Taubheit ist eine Hilfe für mein Gehirn.“ Er hat die Stille für seine Kreativität benutzt.
Wegen seinem Hörproblem hat er eine besondere Beziehung zu Tönen entwickelt. Er hat Geräusche nicht nur mit den Ohren gehört, sondern mit dem ganzen Körper gefühlt. Wenn er an einem Telegrafen oder später am Phonographen gearbeitet hat, hat er oft in das Holz gebissen! Warum hat er das getan? Er hat die Vibrationen der Töne durch seine Zähne und seine Knochen gespürt. Das ist unglaublich gewesen. Er hat die Musik und die Sprache direkt in seinem Körper vibrieren lassen.
Dieses Problem hat ihn auch zu einem besseren Beobachter gemacht. Er hat Dinge gesehen, die andere Menschen ignoriert haben. Er hat verstanden, dass man Töne in mechanische Bewegungen verwandeln kann. Sein Hörproblem ist der Grund für viele seiner Erfindungen gewesen. Er hat hart gearbeitet, um Maschinen zu bauen, die laut und deutlich sprechen. Er hat bewiesen: Eine Schwäche kann eine Stärke sein, wenn man die richtige Perspektive hat. Er ist ein König der Konzentration geworden.
Im Jahr 1876 hat Thomas Edison etwas ganz Neues gemacht. Er ist nach New Jersey gezogen und hat in einem kleinen Dorf namens Menlo Park ein großes Labor gebaut. Das ist kein normales Labor gewesen. Es ist das erste „industrielle Forschungszentrum“ der Welt gewesen. Edison hat nicht mehr allein gearbeitet. Er hat viele kluge Assistenten, Mechaniker und Mathematiker eingestellt. Er hat zu seinen Männern gesagt: „Wir werden hier jede Woche eine kleine Erfindung machen und alle sechs Monate eine große Erfindung!“
Die Atmosphäre in Menlo Park ist unglaublich gewesen. Die Männer haben oft bis spät in die Nacht gearbeitet. Manchmal haben sie im Labor geschlafen, weil sie eine Idee nicht loslassen wollten. Edison ist der Chef gewesen, aber er hat auch hart gearbeitet. Er hat oft nur vier Stunden pro Nacht geschlafen. Die Menschen haben ihn den „Zauberer von Menlo Park“ genannt, weil es dort immer Licht, Funken und seltsame Geräusche gegeben hat. Es hat so gewirkt, als ob er Magie benutzt, aber in Wirklichkeit ist es harte Arbeit und System gewesen.
In Menlo Park hat er alles gehabt, was ein Erfinder braucht: hunderte Chemikalien, Metalle, Drähte und sogar Haare von verschiedenen Tieren für Experimente. Er hat ein System entwickelt: Wenn eine Idee nicht funktioniert hat, hat er sie nicht weggeworfen. Er hat sie notiert und später für etwas anderes benutzt. Er hat tausende Notizbücher vollgeschrieben. Er hat gewusst: Ein Fehler ist kein Ende, sondern eine Information. Er hat seinen Assistenten beigebracht, dass man niemals aufgeben darf.
Dieses Labor ist das Modell für moderne Firmen wie Google oder Apple gewesen. Edison hat verstanden, dass ein Team viel schneller arbeiten kann als eine einzelne Person. In Menlo Park hat er die Welt verändert. Er hat dort den Phonographen und die Glühbirne perfektioniert. Die Menschen aus New York sind mit dem Zug nach Menlo Park gefahren, nur um diesen magischen Ort zu sehen. Edison hat dort bewiesen, dass man Erfindungen wie in einer Fabrik produzieren kann. Er hat die Kreativität organisiert.
Im Jahr 1877 hat Thomas Edison an einer Maschine gearbeitet, um Telegrafen-Nachrichten auf Papier zu speichern. Aber plötzlich hat er eine andere Idee gehabt. Er hat an die Vibrationen der Stimme gedacht. Er hat einen Zylinder aus Metall genommen und ihn mit einer dünnen Schicht aus Zinnfolie abgedeckt. Er hat eine Nadel und eine Membran an den Zylinder gebaut. Er hat geglaubt: „Wenn ich spreche, vibriert die Nadel und macht kleine Linien in das Metall.“
Edison hat die Kurbel am Zylinder gedreht und hat ein Kinderlied gesungen: „Mary had a little lamb“. Seine Assistenten haben zugeschaut und haben gelacht. Sie haben gedacht, dass die Maschine niemals antworten wird. Aber dann hat Edison die Nadel wieder an den Anfang gesetzt. Er hat den Zylinder noch einmal gedreht. Plötzlich ist aus der Maschine eine ganz leise Stimme gekommen: „Mary had a little lamb...“. Die Stimme von Edison ist aus dem Metall zurückgekommen!
Seine Assistenten sind schockiert gewesen. Sie haben Angst gehabt und haben fast an Magie geglaubt. Niemand in der Geschichte der Welt hat vorher seine eigene Stimme nach dem Sprechen hören können. Die Nachricht ist sofort nach New York und in die ganze Welt gegangen. Die Zeitungen haben geschrieben: „Der Zauberer von Menlo Park hat eine Maschine gebaut, die Tote sprechen lassen kann!“ Edison ist über Nacht ein Weltstar geworden. Sogar der Präsident der USA hat ihn eingeladen, um die Maschine im Weißen Haus zu hören.
Edison hat viele Ideen für den Phonographen gehabt. Er hat gedacht: „Man kann damit Briefe diktieren, Musik hören oder sogar sprechende Puppen für Kinder bauen.“ Er hat das erste Mal verstanden, dass Unterhaltung ein großes Geschäft sein kann. Der Phonograph ist seine Lieblingserfindung gewesen, weil sie so einfach und logisch gewesen ist. Aber Edison hat keine Zeit für Urlaub gehabt. Er hat schon an sein nächstes großes Ziel gedacht: Er hat die Dunkelheit besiegen wollen.
Im Jahr 1878 hat Thomas Edison ein Ziel gehabt: Er hat ein künstliches Licht für jedes Haus bauen wollen. Zu dieser Zeit haben die Menschen Kerzen oder Gaslampen benutzt. Das ist gefährlich gewesen und hat gestunken. Edison hat gewusst: „Ich brauche einen Draht (einen Faden), der in einem Glas mit Elektrizität leuchtet, aber nicht verbrennt.“ Das Problem ist das Material gewesen. Er hat hunderte verschiedene Materialien getestet: Platin, Gold, sogar Haare aus dem Bart von seinem Assistenten!
Er hat über 6.000 verschiedene Pflanzen aus der ganzen Welt probiert. Er ist fast verrückt geworden, aber er hat nicht aufgegeben. Er hat gesagt: „Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“ Endlich, im Oktober 1879, hat er es geschafft. Er hat einen Faden aus karbonisierter Baumwolle benutzt. In seinem Labor in Menlo Park hat die Glühbirne plötzlich geleuchtet. Sie hat nicht nur für ein paar Minuten gebrannt, sondern über 40 Stunden lang!
Das ist ein magischer Moment für das Team gewesen. Sie haben die Glühbirne angestarrt und haben gewusst: Die Welt wird nie wieder dunkel sein. Zu Silvester 1879 hat Edison eine große Show gemacht. Er hat ganz Menlo Park mit seinen neuen Glühbirnen dekoriert. Über 3.000 Menschen sind mit dem Zug gekommen, um das Wunder zu sehen. Sie sind schockiert gewesen, weil das Licht so hell und ruhig gewesen ist. Es hat keine Flamme gegeben und keinen Rauch.
Aber die Glühbirne allein ist nicht genug gewesen. Edison hat verstanden, dass er ein ganzes System braucht. Er hat Generatoren, Kabel und Schalter erfunden, damit der Strom in die Häuser kommen kann. Er hat die erste Elektrizitätsfirma gegründet. Sein Plan ist es gewesen, ganz New York zu beleuchten. Er hat hart gearbeitet und hat fast kein Privatleben mehr gehabt. Sein Name ist jetzt ein Symbol für Energie und Fortschritt gewesen. Aber ein alter Freund und neuer Konkurrent hat schon auf ihn gewartet.
Nach dem Erfolg im Labor hat Thomas Edison eine große Vision gehabt. Er hat gesagt: „Wir werden Elektrizität so billig machen, dass nur noch die Reichen Kerzen benutzen!“ Aber das ist eine riesige Aufgabe gewesen. Er hat im Jahr 1882 die Edison Electric Illuminating Company gegründet. Sein Ziel ist es gewesen, den Stadtteil Manhattan in New York mit Licht zu füllen. Dafür hat er in der Pearl Street das erste zentrale Kraftwerk der Welt gebaut. Es ist ein riesiges Gebäude mit massiven Generatoren gewesen. Diese Maschinen haben die Menschen „Jumbos“ genannt.
Edison hat fast zwei Jahre lang hart gearbeitet. Er hat Kilometer von Kupferkabeln unter die Straßen von New York gelegt. Das ist sehr schwierig gewesen, weil man die ganze Stadt aufgraben hat müssen. Die Menschen in New York haben gedacht, dass er verrückt ist. Überall sind Löcher und Dreck gewesen. Aber Edison ist jeden Tag auf der Baustelle gewesen. Er hat die Arbeiter kontrolliert und hat oft selbst im Schlamm gearbeitet. Er hat gewusst: Wenn dieses System funktioniert, wird New York nie wieder schlafen.
Am 4. September 1882 ist der große Moment gekommen. Um 15:00 Uhr hat Edison im Büro von seinem Freund bei der Zeitung „New York Times“ einen Schalter gedrückt. Plötzlich haben 400 Glühbirnen gleichzeitig geleuchtet! Die Menschen auf der Straße haben geschrien: „Es ist wie ein Wunder!“ Zum ersten Mal hat ein Kraftwerk Strom an viele verschiedene Häuser geschickt. Es ist kein Feuer mehr nötig gewesen, um Licht zu haben. Das hat die Art, wie wir leben, für immer verändert. Die Menschen haben jetzt nachts arbeiten, lesen und feiern können.
Edison hat für dieses System den Gleichstrom (DC) benutzt. Das bedeutet, der Strom ist immer in eine Richtung geflossen. Dieses System ist sicher gewesen, aber es hat ein Problem gehabt: Man hat den Strom nicht über weite Distanzen schicken können. Alle zwei Kilometer hat man ein neues Kraftwerk bauen müssen. Das ist sehr teuer gewesen. Während Edison New York beleuchtet hat, haben andere Erfinder schon über eine andere Lösung nachgedacht. Aber in diesem Moment ist Edison der unangefochtene „König der Elektrizität“ gewesen. Er hat bewiesen, dass seine Träume Realität werden können.
Thomas Edison hat fest an seinen Gleichstrom (DC) geglaubt. Er hat viel Geld in dieses System investiert. Aber dann ist ein junger Mann aus Europa in sein Labor gekommen: Nikola Tesla. Tesla ist ein Genie gewesen und hat eine andere Idee gehabt: den Wechselstrom (AC). Tesla hat gesagt: „Mit Wechselstrom können wir Energie über hunderte Kilometer schicken, ohne viel Kraft zu verlieren.“ Edison hat das nicht hören wollen. Er hat Angst gehabt, dass sein System und seine Firma wertlos werden. Tesla hat Edisons Firma verlassen und ist zu George Westinghouse gegangen.
Jetzt hat der „Krieg der Ströme“ richtig begonnen. Edison hat eine große Kampagne gegen den Wechselstrom gemacht. Er hat behauptet, dass Wechselstrom lebensgefährlich für die Menschen ist. Er hat schreckliche Experimente gemacht, um das zu beweisen. Er hat sogar Tiere mit Wechselstrom getötet, damit die Menschen Angst bekommen. Er hat den Wechselstrom als „Henker-Strom“ bezeichnet. Das ist eine dunkle Zeit in Edisons Leben gewesen, weil er sehr unfair gekämpft hat. Aber die Technik von Tesla und Westinghouse ist einfach besser und billiger gewesen.
Der große Test ist im Jahr 1893 in Chicago gewesen. Dort ist die Weltausstellung (World’s Fair) gewesen. Die Organisatoren haben gefragt: „Wer kann die ganze Ausstellung beleuchten?“ Edison hat ein sehr teures Angebot gemacht. Westinghouse und Tesla haben ein viel billigeres Angebot gemacht. Sie haben den Auftrag bekommen. Als Tesla den Schalter gedrückt hat, haben Millionen von Lichtern gleichzeitig geleuchtet. Es ist ein Triumph für den Wechselstrom gewesen. Die ganze Welt hat gesehen: Tesla hat recht gehabt.
Edison hat diesen Krieg am Ende verloren. Seine eigene Firma, Edison General Electric, ist mit einer anderen Firma fusioniert und hat den Namen „General Electric“ (GE) bekommen. Die neue Firma hat entschieden, auch Wechselstrom zu benutzen. Das ist eine große Niederlage für Edisons Stolz gewesen. Aber er ist kein Mann gewesen, der lange traurig geblieben ist. Er hat zu seinen Assistenten gesagt: „Okay, wir haben den Stromkrieg verloren. Aber wir haben noch viele andere Ideen!“ Er hat sein Labor verlassen und hat angefangen, an Bildern zu arbeiten, die sich bewegen.
Nach dem Stromkrieg hat Thomas Edison eine neue Leidenschaft gefunden: die Fotografie. Er hat sich gefragt: „Wenn wir Töne mit dem Phonographen speichern können, können wir dann auch Bewegungen speichern?“ Zusammen mit seinem Assistenten William Dickson hat er eine spezielle Kamera gebaut: den Kinetographen. Diese Kamera hat viele Fotos pro Sekunde gemacht. Wenn man diese Fotos schnell hintereinander anschaut, sieht es so aus, als ob sich die Menschen im Bild bewegen.
Aber man hat diese Filme zuerst nicht auf einer großen Leinwand gesehen. Edison hat eine Maschine gebaut, die man Kinetoskop genannt hat. Das ist ein großer Holzkasten mit einem Guckloch gewesen. Man hat eine Münze eingeworfen und in den Kasten geschaut. Dort hat man kurze Filme gesehen, zum Beispiel einen Mann beim Niesen oder Tänzerinnen. Die Menschen haben Schlange gestanden, um diese „lebendigen Bilder“ zu sehen. Edison hat das erste Filmstudio der Welt gebaut: die „Black Maria“. Das Studio hat sich mit der Sonne gedreht, damit man immer genug Licht zum Filmen gehabt hat.
Edison hat geglaubt, dass Filme nur eine kleine Unterhaltung für eine Person sind. Er hat nicht gedacht, dass Menschen zusammen in ein Kino gehen möchten. Andere Erfinder in Europa (wie die Gebrüder Lumière) haben dann Projektoren gebaut, um Filme an die Wand zu projizieren. Edison hat das schnell gelernt und hat seinen eigenen Projektor, das Vitaskop, entwickelt. Er hat hunderte kleine Filme produziert und hat damit die moderne Filmindustrie gestartet. In seinen Filmen hat man zum ersten Mal Action, Humor und sogar Spezialeffekte gesehen.
Edison ist ein sehr geschäftstüchtiger Mann gewesen. Er hat versucht, alle Patente für Filmkameras zu kontrollieren. Das hat zu vielen Streitigkeiten mit anderen Filmemachern geführt. Viele Regisseure sind deshalb von New York nach Kalifornien geflohen und haben dort Hollywood gegründet, um weit weg von Edisons Anwälten zu sein. Man kann also sagen: Ohne Edisons strenges System gäbe es Hollywood heute vielleicht nicht! Er hat die Technik für das Kino perfektioniert und hat gezeigt, dass man mit Träumen auf Zelluloid viel Geld verdienen kann.
Thomas Edison ist bis ins hohe Alter aktiv geblieben. Er hat in seinem Leben insgesamt 1.093 Patente bekommen! Das ist ein Weltrekord gewesen. Er hat oft über sein Geheimnis gesprochen. Er hat einen sehr berühmten Satz gesagt: „Genie ist ein Prozent Inspiration und neunundneunzig Prozent Transpiration (Schweiß).“ Das bedeutet: Eine gute Idee ist wichtig, aber man muss sehr hart arbeiten, um Erfolg zu haben. Er hat niemals an „Wunder“ geglaubt, sondern nur an Experimente und Geduld.
In seinen letzten Jahren ist er ein sehr guter Freund von Henry Ford (dem Autobauer) und Harvey Firestone (dem Reifenhersteller) gewesen. Sie sind oft zusammen in den Urlaub gefahren und haben über die Zukunft der Technik diskutiert. Edison hat sogar versucht, Gummi aus Pflanzen in seinem Garten zu machen! Sein Gehirn hat niemals Pause gemacht. Er ist eine Legende gewesen und die Menschen haben ihn auf der ganzen Welt respektiert. Er ist der Mann gewesen, der die Nacht besiegt hat.
Am 18. Oktober 1931 ist Thomas Edison im Alter von 84 Jahren in New Jersey gestorben. Die ganze Welt ist traurig gewesen. Der Präsident der USA hat eine besondere Idee gehabt: Drei Tage nach seinem Tod, am Abend von seiner Beerdigung, haben viele Menschen auf der ganzen Welt für eine Minute das elektrische Licht ausgemacht. Die Städte sind für einen Moment wieder dunkel gewesen – genau wie vor Edisons Erfindung. Das ist ein Zeichen für seinen gigantischen Einfluss gewesen. Ohne sein Licht ist die Welt einfach nicht dieselbe.
Thomas Edison hat unser Leben modern gemacht. Jedes Mal, wenn wir heute einen Schalter drücken, Musik hören oder einen Film schauen, benutzen wir seine Ideen. Er hat uns beigebracht, dass Fehler nur Schritte zum Erfolg sind. Er hat die Welt nicht nur heller gemacht, sondern auch schneller und lauter. Sein Name steht für Energie und den Glauben an die Technik. Er ist der Zauberer von Menlo Park gewesen, und sein Licht brennt in unseren Häusern bis heute weiter.
