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Das Leben von Salvador Dalí

HÖREN

Salvador Dalí ist am 11. Mai 1904 in der Stadt Figueres in Spanien geboren. Figueres liegt in Katalonien, ganz in der Nähe von den Bergen und dem Meer. Aber seine Geschichte hat schon vor seiner Geburt angefangen. Salvador hat nämlich einen älteren Bruder gehabt. Dieser Bruder hat auch Salvador geheißen. Aber der erste Salvador ist sehr jung gestorben, nur neun Monate vor der Geburt vom Künstler Dalí.

Das ist für die Eltern eine große Tragödie gewesen. Als der zweite Salvador geboren ist, haben die Eltern ihm den gleichen Namen gegeben. Das hat für das Kind viele Probleme gemacht. Wenn Salvador klein gewesen ist, haben seine Eltern ihn oft zum Grab von seinem Bruder gebracht. Sie haben zu ihm gesagt: „Du bist die Reinkarnation von deinem Bruder. Du bist nicht du selbst, du bist er.“

Diese Idee hat Salvador Dalí sehr erschreckt. Er hat sich oft gefragt: „Wer bin ich eigentlich? Bin ich ich oder bin ich mein toter Bruder?“ Er hat sich wie ein Schatten gefühlt. Er hat später gesagt, dass er wegen dieser Angst so exzentrisch geworden ist. Er hat gewollt, dass die Menschen ihn sehen. Er hat bewiesen: „Ich lebe! Ich bin nicht tot!“

Sein Vater ist ein strenger Notar gewesen, aber seine Mutter ist sehr lieb und kreativ gewesen. Sie hat das Talent von Salvador früh gesehen. Er hat schon als kleines Kind viel gezeichnet. Er hat Stunden auf dem Dachboden von seinem Haus verbracht und Bilder gemalt. Die Landschaft von seiner Heimat, besonders die Felsen und das Licht am Meer, sind für ihn sehr wichtig gewesen. Diese Formen hat er später in seinen berühmten Bildern benutzt. Aber der Schatten von seinem Bruder ist immer in seinem Kopf geblieben. Das ist der Grund, warum viele von seinen Werken ein bisschen seltsam und mysteriös sind. Er hat sein ganzes Leben lang versucht, seine eigene Identität zu finden.

Im Jahr 1922 ist Salvador Dalí nach Madrid gezogen. Er hat dort an der „Real Academia de Bellas Artes de San Fernando“ studiert. Das ist eine sehr berühmte und traditionelle Kunstakademie gewesen. Aber Dalí ist kein normaler Student gewesen. Er hat sehr lange Haare und Koteletten gehabt. Er hat Kleidung aus einer anderen Zeit getragen, wie zum Beispiel große Hüte und lange Mäntel. Die anderen Studenten haben ihn sofort bemerkt, weil er so exzentrisch ausgesehen hat.

An der Akademie hat er zwei sehr wichtige Freunde kennengelernt: den Dichter Federico García Lorca und den Filmemacher Luis Buñuel. Diese drei jungen Männer haben viel Zeit zusammen verbracht. Sie haben über Kunst, Literatur und neue Ideen diskutiert. Sie haben die alte Kunst langweilig gefunden und haben etwas Neues gesucht. Lorca und Dalí sind besonders enge Freunde gewesen. Sie haben sich gegenseitig inspiriert.

Dalí ist ein genialer Student gewesen, aber er hat auch viel provoziert. Er hat oft mit seinen Lehrern gestritten. Er hat geglaubt, dass er viel mehr über Kunst weiß als seine Professoren. Einmal hat er sogar gesagt: „Kein Professor an dieser Schule ist gut genug, um mich zu prüfen.“ Das ist ein großer Skandal gewesen. Wegen solcher Aktionen hat die Akademie ihn zweimal suspendiert. Im Jahr 1926 hat die Schule ihn schließlich für immer rausgeworfen.

Aber das ist für Dalí kein Problem gewesen. Er hat in dieser Zeit schon viele verschiedene Stile ausprobiert. Er hat Bilder im Stil vom Impressionismus und Kubismus gemalt. Er hat alles sehr schnell gelernt. Er hat gewusst, dass er ein großer Künstler ist. Nach der Zeit in Madrid hat er entschieden, nach Paris zu gehen. Er hat dort die nächste große Stufe in seinem Leben geplant: die Begegnung mit Pablo Picasso und den Surrealisten. Sein Weg zum Weltruhm hat in diesen Jahren in Madrid begonnen.

Im Jahr 1929 ist Salvador Dalí nach Paris geflogen. Paris ist zu dieser Zeit das Zentrum der Kunstwelt gewesen. Dort hat er einen sehr berühmten Künstler besucht: Pablo Picasso. Dalí hat zu ihm gesagt: „Ich bin zu Ihnen gekommen, bevor ich den Louvre besucht habe.“ Picasso hat geantwortet: „Das haben Sie richtig gemacht.“ Das ist der Beginn von seinem großen Erfolg in Frankreich gewesen.

In Paris hat er eine Gruppe von Künstlern kennengelernt. Man hat diese Gruppe die „Surrealisten“ genannt. Der Chef der Gruppe ist der Schriftsteller André Breton gewesen. Die Surrealisten haben geglaubt, dass Träume und das Unterbewusstsein wichtiger sind als die Realität. Das hat perfekt zu Dalís Ideen gepasst. Er hat angefangen, Bilder zu malen, die wie Träume aussehen.

Zusammen mit seinem Freund Luis Buñuel hat er einen sehr seltsamen Film gemacht. Der Film hat „Ein andalusischer Hund“ geheißen. In diesem Film gibt es viele schockierende Szenen. Die Menschen in Paris sind sehr überrascht gewesen. Manche Leute haben den Film geliebt, andere haben ihn gehasst. Aber plötzlich hat jeder in der Stadt den Namen Salvador Dalí gekannt.

Dalí ist sehr schnell der wichtigste Maler der Surrealisten geworden. Er hat gesagt: „Der einzige Unterschied zwischen mir und einem Verrückten ist, dass ich nicht verrückt bin.“ Er hat seine Fantasie benutzt, um Dinge zu malen, die es in der echten Welt nicht gibt. Er hat zum Beispiel Elefanten mit sehr langen Beinen oder schmelzende Uhren gemalt. Er hat in dieser Zeit gelernt, wie man seine Träume auf die Leinwand bringt. Aber in diesem Jahr ist noch etwas viel Wichtigeres passiert: Er hat Gala getroffen. Sie ist die Liebe seines Lebens geworden.

Im Sommer 1929 ist eine Gruppe von Künstlern nach Cadaqués gekommen, um Dalí zu besuchen. In dieser Gruppe ist eine Frau gewesen: Gala. Sie ist damals noch die Ehefrau von dem Dichter Paul Éluard gewesen. Aber als Dalí und Gala sich gesehen haben, ist es Liebe auf den ersten Blick gewesen. Dalí hat sofort gewusst: „Diese Frau ist meine Rettung.“

Gala ist eine sehr faszinierende und starke Frau gewesen. Sie hat das Chaos in Dalís Kopf verstanden. Dalí ist zu dieser Zeit oft sehr nervös gewesen und hat grundlos gelacht. Gala hat ihm geholfen, ruhig zu werden und sich auf seine Kunst zu konzentrieren. Sie ist für ihn alles gewesen: seine Ehefrau, seine Mutter, seine Managerin und seine wichtigste Muse.

Dalí hat Gala in sehr vielen Bildern gemalt. Er hat sie oft wie eine Göttin oder wie die Jungfrau Maria dargestellt. Er hat seine Bilder sogar mit „Gala-Salvador Dalí“ unterschrieben. Er hat gesagt, dass er ohne sie kein echter Künstler sein kann. Aber die Familie von Dalí hat diese Beziehung nicht gut gefunden. Sein Vater ist sehr wütend gewesen, weil Gala eine verheiratete Frau aus Russland gewesen ist. Es hat einen großen Streit gegeben und der Vater hat Salvador aus dem Haus geworfen.

Gala hat dann die Organisation von seinem Leben übernommen. Sie hat seine Bilder an reiche Leute verkauft und Verträge mit Galerien gemacht. Sie ist sehr geschäftstüchtig gewesen. Während Dalí in seiner Traumwelt gemalt hat, hat Gala dafür gesorgt, dass sie genug Geld haben und berühmt werden. Sie sind fast 50 Jahre lang zusammen geblieben. Ohne Gala wäre Dalí vielleicht im Wahnsinn versunken, aber mit ihr ist er der König der Kunstwelt geworden.

In dieser Zeit hat Salvador Dalí etwas ganz Besonderes erfunden. Er hat es die „paranoisch-kritische Methode“ genannt. Das klingt kompliziert, aber die Idee ist eigentlich sehr interessant. Dalí hat versucht, wie ein Mensch mit Paranoia zu sehen, aber er ist dabei ganz wach und logisch geblieben. Er hat zum Beispiel eine Wolke am Himmel angesehen und darin nicht nur eine Wolke, sondern ein Gesicht oder ein Tier gesehen. Er hat diese doppelten Bilder geliebt. Er hat Dinge gemalt, die zwei oder drei verschiedene Bedeutungen gleichzeitig haben.

Ein sehr berühmtes Beispiel für seine Arbeit ist das Bild „Die Beständigkeit der Erinnerung“. Viele Leute nennen es einfach „Die schmelzenden Uhren“. Auf diesem Bild sieht man eine ruhige Landschaft am Meer, aber die Taschenuhren sind weich wie Camembert-Käse. Sie hängen über einem Ast oder liegen auf einem seltsamen Gesicht.

Dalí hat erzählt, wie er auf diese Idee gekommen ist: Er hat an einem heißen Sommertag sehr weichen Camembert-Käse gegessen. Danach hat er über die Zeit nachgedacht. Er hat verstanden, dass die Zeit nicht hart und fest ist, sondern flexibel wie der Käse. In unseren Träumen vergeht die Zeit auch ganz anders als in der Realität. Dieses Bild ist heute eines der bekanntesten Kunstwerke der Welt.

Dalí hat in diesen Jahren sehr viel gearbeitet. Er hat jedes Detail ganz präzise gemalt, fast wie ein Foto. Er hat gesagt, dass seine Bilder „handgemalte Traumfotos“ sind. Er hat nicht nur Uhren gemalt, sondern auch brennende Giraffen, Schubladen, die aus menschlichen Körpern kommen, und Krücken. Jedes Ding hat eine symbolische Bedeutung für ihn gehabt. Die Menschen in den Ausstellungen haben seine Bilder oft nicht verstanden, aber sie haben sie faszinierend gefunden. Dalí hat es genossen, das Publikum zu provozieren und zu überraschen. Er hat bewiesen, dass ein Maler die Welt komplett verändern kann, wenn er seine Fantasie benutzt.

Als der Zweite Weltkrieg in Europa begonnen hat, haben Salvador Dalí und Gala eine wichtige Entscheidung getroffen. Sie sind im Jahr 1940 in die USA geflogen. Sie haben dort acht Jahre lang gelebt, meistens in New York und Kalifornien. In Amerika ist Dalí ein echter Superstar geworden. Er ist nicht nur ein Maler gewesen, sondern eine Berühmtheit für alle Menschen.

Dalí hat in Amerika fast alles gemacht. Er hat nicht nur Bilder gemalt, sondern auch Schaufenster für große Geschäfte dekoriert und Cover für berühmte Zeitschriften wie die „Vogue“ entworfen. Er hat sogar mit Walt Disney an einem Zeichentrickfilm gearbeitet und eine Traumsequenz für einen Film von Alfred Hitchcock gemacht. Die Amerikaner haben seine exzentrische Art, seinen langen Schnurrbart und seine verrückten Shows geliebt. Er ist oft mit einem Pelzmantel oder mit exotischen Tieren spazieren gegangen.

Aber diese Popularität hat ein großes Problem mit seinen alten Freunden in Paris gemacht. Die anderen Surrealisten, wie zum Beispiel André Breton, haben ihn hart kritisiert. Sie haben geglaubt, dass Dalí nur noch an Geld und Ruhm denkt und nicht mehr an die echte Kunst. Breton hat sogar ein Anagramm aus seinem Namen gemacht: „Avida Dollars“. Das bedeutet auf Lateinisch so viel wie „gierig nach Dollars“. Sie haben ihn offiziell aus der Gruppe der Surrealisten rausgeworfen.

Das ist Dalí aber völlig egal gewesen. Er hat geantwortet: „Der Surrealismus, das bin ich!“ Er hat verstanden, wie man Marketing macht, lange bevor es das Wort „Influencer“ gegeben hat. Er hat riesige Summen Geld verdient und hat in Luxushotels gelebt. Gala hat alles perfekt organisiert. In dieser Zeit hat er gelernt, dass Kunst und Kommerz zusammenpassen können. Er hat die klassische Kunstwelt verlassen und ist ein Idol der Popkultur geworden. Trotz der Kritik aus Europa hat er in den USA seine größten Erfolge gefeiert und seine Karriere auf ein ganz neues Niveau gebracht.

Nach seiner Rückkehr aus Amerika hat sich das Interesse von Salvador Dalí stark verändert. Er hat angefangen, sich für Dinge zu interessieren, die man normalerweise nicht mit Kunst kombiniert: die moderne Physik und die Mathematik. Ein Ereignis hat ihn besonders schockiert und fasziniert: die Explosion der Atombombe im Jahr 1945. Dalí hat gesagt, dass dieses Ereignis sein Gehirn komplett erschüttert hat.

Er hat eine neue Phase in seiner Kunst begonnen, die er „Nuklearer Mystizismus“ genannt hat. Er hat verstanden, dass Materie aus Atomen besteht, die sich nicht berühren. Deshalb hat er angefangen, Bilder zu malen, in denen die Objekte in viele kleine Teile zerfallen oder in der Luft schweben. Ein sehr berühmtes Bild aus dieser Zeit ist die „Leda Atomica“. Alles auf diesem Bild fliegt und scheint schwerelos zu sein. Er hat versucht, die unsichtbare Welt der Atome mit seiner Malerei sichtbar zu machen.

Gleichzeitig ist er wieder religiöser geworden. Er hat das wissenschaftliche Denken mit dem Glauben an Gott kombiniert. Er hat große, religiöse Bilder gemalt, wie zum Beispiel den „Christus des Heiligen Johannes vom Kreuz“. Aber auch in diesen Bildern hat er mathematische Regeln benutzt. Er hat an die göttliche Geometrie geglaubt. Für Dalí ist die Wissenschaft kein Gegensatz zur Religion gewesen, sondern ein Weg, um die Wunder Gottes zu erklären.

Die Menschen haben diese neue Phase sehr interessant gefunden, aber die alten Surrealisten haben ihn noch mehr kritisiert. Sie haben gedacht, dass ein moderner Künstler nicht religiös sein darf. Aber Dalí hat nicht auf sie gehört. Er hat in seinem Haus in Portlligat gelebt und dort jeden Tag viele Stunden gearbeitet. Er hat dicke Bücher über Quantenphysik und DNA gelesen und diese komplizierten Ideen in wunderschöne Kunst verwandelt. Er hat gezeigt, dass ein Künstler auch ein Forscher sein kann, der die Geheimnisse des Universums verstehen will.

In seinen späteren Jahren hat Salvador Dalí eine große Entscheidung getroffen. Er hat gesagt, dass die moderne Kunst oft zu chaotisch ist. Deshalb hat er angefangen, wieder wie die alten Meister der Renaissance zu malen. Er hat Künstler wie Raffael, Vermeer und Diego Velázquez sehr bewundert. Er hat geglaubt, dass ein echter Maler eine perfekte Technik haben muss. Er hat oft gesagt: „Zuerst musst du malen wie ein alter Meister, danach kannst du malen, wie du willst.“

Seine Bilder sind in dieser Zeit immer größer geworden. Manche Leinwände sind so riesig gewesen, dass er spezielle Maschinen gebraucht hat, um sie zu bewegen. Er hat viele historische und religiöse Themen gemalt. Ein sehr bekanntes Beispiel ist das Bild „Die Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus“. In diesen Werken hat er seine surrealistischen Ideen mit der perfekten Technik der Klassik kombiniert. Das ist für die Kunstwelt sehr überraschend gewesen, weil viele moderne Künstler damals nur noch abstrakte Bilder gemalt haben.

Dalí hat in dieser Zeit auch viel über die Architektur und das Design nachgedacht. Er hat nicht nur auf Leinwand gemalt, sondern auch Skulpturen aus Bronze gemacht und wunderschönen Schmuck entworfen. Er hat sogar Parfümflaschen und Möbel designt, wie zum Beispiel das berühmte Sofa in der Form von Lippen. Er hat versucht, ein „universeller Künstler“ zu sein, genau wie Leonardo da Vinci.

Er hat in seinem Haus in Portlligat wie ein König der Kunst gelebt. Viele berühmte Menschen aus der ganzen Welt sind gekommen, um ihn zu besuchen. Trotz seines Reichtums hat er jeden Tag diszipliniert gearbeitet. Er hat seine Technik immer weiter verbessert, bis er fast jedes Detail perfekt darstellen konnte. Er hat bewiesen, dass man gleichzeitig ein moderner Provokateur und ein Liebhaber der traditionellen Kunst sein kann. Für Dalí ist die Vergangenheit eine Quelle für die Zukunft gewesen.

In den 1960er und 1970er Jahren hat Salvador Dalí an seinem größten Projekt gearbeitet. Er hat beschlossen, in seiner Heimatstadt Figueres ein eigenes Museum zu bauen. Er hat dafür das alte Stadttheater gewählt. Dieses Theater ist im spanischen Bürgerkrieg fast komplett zerstört worden und hat keine Decke mehr gehabt. Dalí hat gesagt: „Wo, wenn nicht in meiner Stadt, soll das spektakulärste Museum der Welt sein?“

Er hat dieses Gebäude nicht einfach als normales Museum geplant. Er hat es wie ein riesiges Kunstwerk aus Stein und Metall entworfen. Auf dem Dach hat er große, weiße Eier und goldene Statuen platziert. Die Wände hat er mit kleinen, braunen Brötchen aus Gips dekoriert. Über dem Theater hat er eine gigantische Kuppel aus Glas gebaut. Diese Kuppel ist heute das Symbol der Stadt Figueres.

Im Inneren des Museums hat Dalí eine Welt voller Überraschungen geschaffen. Er hat dort nicht nur seine besten Bilder aufgehängt, sondern auch viele seltsame Installationen gebaut. Ein Beispiel ist das „Rainy Taxi“. Wenn man eine Münze in das Auto wirft, regnet es im Inneren des Taxis auf die Puppen. Er hat auch ein Zimmer gebaut, das wie das Gesicht der Schauspielerin Mae West aussieht, wenn man es von einem bestimmten Punkt betrachtet. Das Sofa sind die Lippen und zwei Bilder sind die Augen.

Das Museum ist im Jahr 1974 offiziell eröffnet worden. Dalí hat fast jeden Tag an den Details gearbeitet. Er hat gewollt, dass die Besucher nicht nur Bilder anschauen, sondern eine andere Realität erleben. Er hat gesagt, dass die Menschen das Museum wie in einem Traum verlassen sollen. Es ist heute eines der meistbesuchten Museen in Spanien. Für Dalí ist dieses Museum sein Testament gewesen. Er hat dort alles gesammelt, was er in seinem Leben geliebt und erfunden hat. Er hat sich dort einen ewigen Palast für seine Fantasie gebaut.

Die letzten Jahre von Salvador Dalí sind sehr traurig gewesen. Im Jahr 1982 ist seine geliebte Frau Gala gestorben. Das ist für Salvador der schlimmste Moment in seinem Leben gewesen. Er hat seinen Lebensmut und seine Energie komplett verloren. Nach der Beerdigung von Gala ist er in das Schloss Púbol gezogen. Er hat dort ganz allein gelebt und hat fast niemanden mehr besucht. Er hat kaum noch gegessen und hat aufgehört zu malen.

Ohne Gala ist Dalí sehr krank geworden. Er hat Probleme mit dem Herzen und mit den Nerven gehabt. Seine Hände haben gezittert, deshalb hat er keinen Pinsel mehr halten können. Für einen Künstler wie Dalí ist das eine Katastrophe gewesen. Im Jahr 1984 hat es in seinem Schlafzimmer im Schloss ein Feuer gegeben. Dalí hat schwere Verbrennungen erlitten, aber er hat überlebt. Nach diesem Unfall ist er zurück in sein Museum nach Figueres gezogen. Er hat dort in einem Turm gewohnt, den man „Torre Galatea“ nennt.

In seinen letzten Tagen hat er oft Musik von Richard Wagner gehört. Er hat fast nur noch an die Vergangenheit und an seinen Bruder gedacht. Er ist sehr schwach gewesen, aber er ist bis zum Ende ein Exzentriker geblieben. Am 23. Januar 1989 ist Salvador Dalí im Alter von 84 Jahren im Krankenhaus von Figueres gestorben. Die ganze Welt hat um diesen genialen Maler getrauert.

Sein letzter Wunsch ist sehr speziell gewesen: Er hat keine normale Beerdigung auf einem Friedhof gewollt. Er hat entschieden, dass sein Grab direkt in seinem Museum sein soll. Heute liegt sein Körper unter der großen Glaskuppel im Dalí-Theater-Museum. Millionen von Menschen laufen jedes Jahr über sein Grab, wenn sie seine Kunst anschauen. So ist Dalí auch nach seinem Tod immer im Zentrum seiner eigenen surrealistischen Welt geblieben. Er hat bewiesen, dass ein großer Geist niemals wirklich stirbt, solange die Menschen seine Träume auf der Leinwand sehen können.