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Das Leben von Julius Caesar

HÖREN

Gaius Julius Caesar ist im Jahr 100 vor Christus in Rom geboren. Seine Familie hat zum alten Adel gehört, aber sie ist zur Zeit seiner Geburt nicht mehr sehr reich oder mächtig gewesen. Trotzdem hat Caesar eine sehr gute Ausbildung erhalten. Er hat Grammatik, Rhetorik und Philosophie gelernt, was ihm später geholfen hat, ein großartiger Redner zu werden.

Als Caesar ein junger Mann gewesen ist, hat in Rom ein schrecklicher Bürgerkrieg geherrscht. Der Diktator Sulla hat die Macht übernommen und hat viele seiner Feinde getötet. Caesar ist in Gefahr gewesen, weil seine Familie Verbindungen zu Sullas Gegnern gehabt hat. Sulla hat von Caesar verlangt, dass er sich von seiner Frau Cornelia scheiden lässt, aber Caesar hat mutig „Nein“ gesagt.

Wegen dieser Entscheidung hat Caesar aus Rom fliehen müssen. Er hat sich in den Bergen versteckt und hat sein Leben nur gerettet, weil mächtige Freunde für ihn bei Sulla gebetet haben. Sulla hat schließlich gesagt: „In diesem Jungen stecken viele Mariusse“ (Marius ist sein größter Feind gewesen). Caesar hat verstanden, dass er in Rom nicht sicher ist, und hat deshalb die Stadt verlassen, um im Osten im Militär zu dienen. Diese schwierige Zeit hat seinen Charakter stark gemacht und hat ihm gezeigt, dass er kämpfen muss, um zu überleben.

Im Jahr 75 vor Christus hat Julius Caesar eine Reise unternommen, die heute als eine der berühmtesten Anekdoten seiner Jugend gilt. Er hat beschlossen, nach Rhodos zu fahren, um dort bei dem berühmten Lehrer Apollonios Molon Rhetorik zu studieren. Caesar hat schon immer gewusst, dass ein Politiker in Rom die Kunst der Rede perfekt beherrschen muss, um die Massen zu überzeugen. Doch die Reise ist ganz anders verlaufen als geplant.

In der Nähe der Insel Pharmakousa haben kilikische Seeräuber sein Schiff angegriffen und Caesar gefangen genommen. Die Piraten haben damals das gesamte Mittelmeer kontrolliert und haben oft reiche Römer entführt, um hohes Lösegeld zu fordern. Als die Piraten Caesar gesagt haben, dass sie zwanzig Talente Silber für seine Freiheit wollen, hat Caesar sie laut ausgelacht. Er hat ihnen gesagt, dass sie offensichtlich nicht wissen, wen sie gefangen haben. Er hat ihnen befohlen, die Summe auf fünfzig Talente zu erhöhen, weil er sich selbst viel mehr wert gewesen ist.

Während die Piraten darauf gewartet haben, dass Caesars Diener das Geld aus den Städten holen, hat Caesar fast 38 Tage lang mit seinen Entführern zusammengelebt. Aber er hat sich nicht wie ein Gefangener verhalten, sondern wie ihr Anführer. Wenn er schlafen wollte, hat er den Piraten befohlen, leise zu sein. Er hat Gedichte und Reden geschrieben und hat sie den Piraten vorgelesen. Wenn sie seine Texte nicht gelobt haben, hat er sie als „Barbaren“ beschimpft. Er hat sogar oft gescherzt, dass er zurückkommen und sie alle kreuzigen wird, sobald er frei ist. Die Piraten haben über diese Drohungen gelacht und haben geglaubt, dass der junge Römer verrückt oder einfach nur lustig ist.

Doch Caesar hat keinen Spaß gemacht. Sobald das Lösegeld bezahlt worden ist und er in der Stadt Milet freigelassen worden ist, hat er sofort eine kleine Flotte organisiert. Er ist ohne offiziellen Befehl der Regierung zurück zum Versteck der Piraten gesegelt und hat sie alle überrascht. Er hat die Piraten gefangen genommen und hat das gesamte Gold und Silber zurückgeholt. Weil die Behörden in der Region zu langsam gewesen sind, hat Caesar die Strafe selbst in die Hand genommen. Er hat sein Versprechen gehalten und hat die Piraten hinrichten lassen. Diese Tat hat ganz Rom gezeigt, dass Julius Caesar ein Mann ist, der niemals vergisst, niemals vergibt und immer sein Wort hält.

Nach seinem Erfolg gegen die Piraten ist Julius Caesar nach Rom zurückgekehrt, um seine politische Karriere zu starten. In Rom hat es eine feste Reihenfolge von Ämtern gegeben, die man den „Cursus Honorum“ (den Laufweg der Ehren) genannt hat. Caesar hat verstanden, dass man in Rom zwei Dinge braucht, um ganz nach oben zu kommen: die Unterstützung des Volkes und sehr viel Geld.

Zuerst hat er das Amt des Quästors in Spanien übernommen, wo er hart gearbeitet hat. Eine berühmte Geschichte besagt, dass er dort vor einer Statue von Alexander dem Großen geweint hat. Er ist traurig gewesen, weil Alexander in seinem Alter bereits die ganze Welt erobert hatte, während Caesar noch nichts Großes erreicht hatte. Dieser Moment hat seinen Ehrgeiz noch mehr geweckt. Er ist nach Rom zurückgekehrt und ist zum Ädil gewählt worden. In diesem Amt ist er für die Organisation von Festen und die Instandhaltung der Stadt verantwortlich gewesen.

Um die Gunst der Bürger zu gewinnen, hat Caesar unglaubliche Summen für Spiele und Gladiatorenkämpfe ausgegeben. Er hat hunderte von Gladiatoren in silbernen Rüstungen kämpfen lassen und hat riesige Theateraufführungen finanziert. Das Volk hat ihn dafür geliebt, aber Caesar ist dadurch extrem tief in die Schulden geraten. Er hat sich Millionen von Sesterzen von reichen Männern geliehen, besonders von dem Multimillionär Crassus.

Viele konservative Senatoren haben Caesars Aufstieg mit großer Sorge beobachtet. Sie haben gesehen, dass er ein gefährlicher Populist ist, der die Regeln bricht, um Macht zu bekommen. Doch Caesar hat sich nicht beirren lassen. Im Jahr 63 vor Christus hat er sogar das prestigeträchtige Amt des „Pontifex Maximus“ (Oberpriester) gewonnen. Er hat volles Risiko gespielt: Er hat gewusst, dass er entweder der mächtigste Mann Roms werden oder wegen seiner Schulden im Gefängnis landen würde. Sein Charisma und sein strategisches Denken haben ihm schließlich geholfen, die erste große Hürde zu nehmen und den Weg zum Konsulat zu ebnen.

Im Jahr 60 vor Christus hat Julius Caesar einen genialen, aber auch gefährlichen Plan geschmiedet. Er hat verstanden, dass er allein nicht gegen den mächtigen Senat gewinnen kann. Deshalb hat er zwei der einflussreichsten Männer Roms zusammengebracht: Gnaeus Pompeius Magnus, den berühmtesten General dieser Zeit, und Marcus Licinius Crassus, den reichsten Mann der Stadt. Diese drei Männer haben ein geheimes Bündnis geschlossen, das wir heute als das „Erste Triumvirat“ kennen.

Dieses Bündnis ist eine perfekte Kombination aus Militär, Geld und politischem Talent gewesen. Pompeius hat das Prestige und die Soldaten gehabt, Crassus hat das nötige Gold geliefert und Caesar hat die politische Strategie und die Unterstützung des Volkes eingebracht. Gemeinsam haben sie die gesamte römische Politik kontrolliert und haben dafür gesorgt, dass Caesar für das Jahr 59 vor Christus zum Konsul gewählt worden ist. Der Senat ist gegen diese geballte Macht absolut hilflos gewesen.

Als Konsul hat Caesar sehr aggressive Reformen durchgeführt. Er hat Gesetze zur Landverteilung an arme Bürger und Soldaten durchgesetzt, oft sogar mit Gewalt gegen seine politischen Gegner. Er hat die Senatoren ignoriert und hat die Volksversammlung genutzt, um seine Ziele zu erreichen. Viele haben ihn zu dieser Zeit bereits als einen Tyrannen betrachtet. Doch Caesar hat ein klares Ziel gehabt: Er hat nach seinem Jahr als Konsul ein wichtiges Kommando im Ausland gebraucht, um militärischen Ruhm zu sammeln und seine Schulden endgültig zu bezahlen.

Das Triumvirat hat ihm genau das ermöglicht. Am Ende seiner Amtszeit hat er die Erlaubnis erhalten, als Prokonsul (Gouverneur) nach Galien zu gehen. Damit hat er die Basis für seinen nächsten großen Schritt gelegt. Er hat gewusst, dass er nur mit einer eigenen, treuen Armee wirklich unbesiegbar sein würde. So hat seine Reise in den Norden begonnen, die das Schicksal von ganz Europa für immer verändert hat.

Im Jahr 58 vor Christus hat für Caesar ein neues, großes Abenteuer begonnen. Er ist als Statthalter nach Gallien gegangen, ein riesiges Gebiet, das heute etwa Frankreich, Belgien und Teile der Schweiz umfasst. Caesar hat gewusst, dass er militärische Siege gebraucht hat, um in Rom als Legende zu gelten. Deshalb hat er acht Jahre lang Krieg gegen die verschiedenen gallischen Stämme geführt. Er hat mit seinen Legionen den Rhein überquert und ist sogar bis nach Britannien gesegelt, was vor ihm noch kein Römer gewagt hat.

Diese Kriege sind extrem hart und grausam gewesen. Caesar hat in seinem berühmten Buch De Bello Gallico alles genau aufgeschrieben. Er hat darin beschrieben, wie er gegen mutige Anführer wie Vercingetorix gekämpft hat. Vercingetorix hat versucht, alle Gallier gegen Rom zu vereinen, aber Caesar ist taktisch klüger gewesen. Bei der berühmten Belagerung von Alesia hat Caesar zwei Ringe aus Mauern um die Stadt gebaut: einen, um die Gallier drinnen einzuschließen, und einen zweiten, um sich gegen Verstärkung von außen zu schützen.

Am Ende hat Caesar gewonnen und Vercingetorix hat vor ihm kapituliert. Durch diesen Sieg hat Caesar nicht nur Gallien komplett für Rom erobert, sondern er ist auch unglaublich reich geworden. Er hat tausende Sklaven verkauft und hat riesige Mengen an Gold nach Rom geschickt. Noch wichtiger ist aber gewesen, dass seine Soldaten ihn jetzt über alles geliebt haben. Sie sind durch die jahrelangen Kämpfe zu einer perfekten Kampfmaschine geworden, die nur noch auf Caesars Befehle gehört hat.

In Rom haben seine Feinde im Senat mit großer Angst auf diese Erfolge geblickt. Sie haben verstanden, dass Caesar jetzt eine Armee hat, die mächtiger ist als der Staat selbst. Das Triumvirat ist mittlerweile zerbrochen, da Crassus im Osten gefallen ist und Pompeius sich auf die Seite des Senats gestellt hat. Die politische Lage ist extrem angespannt gewesen. Caesar hat gewusst: Wenn er ohne seine Armee nach Rom zurückkehrt, haben seine Feinde ihn sofort vor Gericht gestellt und vernichtet. So hat sich der große Konflikt vorbereitet.

Im Januar 49 vor Christus hat sich die Situation in Rom dramatisch zugespitzt. Der Senat hat von Caesar verlangt, dass er sein Kommando abgibt und als Privatmann nach Rom zurückkehrt. Aber Caesar hat genau gewusst, dass dies sein Ende gewesen wäre. Er hat vor der Wahl gestanden: Gehorsam und Untergang oder Rebellion und Macht. Er hat sich für den Kampf entschieden.

An der Grenze zwischen seiner Provinz und Italien hat der kleine Fluss Rubikon gelegen. Es ist ein Gesetz gewesen, dass kein General mit einer Armee diesen Fluss in Richtung Rom überqueren darf. Wer es trotzdem getan hat, ist automatisch ein Staatsfeind gewesen. Caesar hat lange am Ufer gezögert und hat über die Konsequenzen nachgedacht. Dann hat er den berühmten Satz gerufen: „Alea iacta est“ (Die Würfel sind gefallen). Er hat den Fluss überquert und hat damit den Bürgerkrieg gegen seinen ehemaligen Freund Pompeius und den Senat offiziell gestartet.

Sein Vormarsch ist unglaublich schnell gewesen. Viele Städte haben ihm sofort die Tore geöffnet, weil sie Angst vor seinen kampferprobten Legionen gehabt haben. Pompeius und die meisten Senatoren sind völlig überrascht gewesen und sind über das Meer nach Griechenland geflohen. Caesar ist ohne Kampf in Rom eingezogen und hat sich dort die Kontrolle über den Staatsschatz gesichert. Er hat jedoch keine Zeit zum Feiern gehabt, denn er hat Pompeius verfolgen müssen, um den Krieg endgültig zu beenden.

In der großen Schlacht von Pharsalos im Jahr 48 vor Christus haben sich die beiden mächtigsten Männer Roms schließlich gegenübergestanden. Obwohl die Armee von Pompeius viel größer gewesen ist, hat Caesar durch eine überlegene Taktik gewonnen. Pompeius ist nach Ägypten geflohen, in der Hoffnung, dort sicher zu sein. Aber Caesar ist ihm gefolgt und hat dort eine Entdeckung gemacht, die nicht nur sein politisches, sondern auch sein privates Leben komplett verändert hat.

Als Caesar in Ägypten angekommen ist, hat er eine schreckliche Nachricht erhalten: Seine Gegner in Ägypten haben Pompeius bereits getötet, um Caesar zu gefallen. Aber Caesar ist darüber nicht glücklich gewesen; er hat um seinen alten Freund und Rivalen geweint. In dieser Zeit hat er die junge Königin Kleopatra kennengelernt. Die Legende besagt, dass sie sich in einem Teppich versteckt hat, um heimlich in sein Zimmer zu kommen, weil ihr Bruder sie vom Thron gestoßen hat. Caesar ist von ihrer Intelligenz und Schönheit fasziniert gewesen und hat beschlossen, ihr zu helfen.

Er hat einen harten Krieg in Alexandria geführt, um Kleopatra wieder zur alleinigen Herrscherin von Ägypten zu machen. Während dieser Zeit haben die beiden eine leidenschaftliche Romanze gehabt, und sie haben später sogar einen gemeinsamen Sohn bekommen. Aber Caesar hat nicht ewig in Ägypten bleiben können, weil es an anderen Orten im Reich neue Aufstände gegeben hat. Er ist schnell nach Kleinasien (in die heutige Türkei) gereist, um gegen König Pharnakes II. zu kämpfen.

Dieser Feldzug ist unglaublich kurz gewesen. In der Schlacht von Zela hat Caesar den Feind in nur wenigen Stunden komplett vernichtet. Er ist so stolz auf diesen schnellen Sieg gewesen, dass er einen der berühmtesten Berichte der Geschichte an den Senat geschickt hat. Er hat nur drei Wörter geschrieben: „Veni, Vidi, Vici“ (Ich bin gekommen, ich habe gesehen, ich habe gesiegt). Dieser Satz hat seinen Ruf als unbesiegbarer General perfekt unterstrichen. Nachdem er auch die letzten Reste der Armee von Pompeius in Afrika und Spanien besiegt hat, ist er als absoluter Herrscher nach Rom zurückgekehrt. Niemand hat es mehr gewagt, sich ihm offen entgegenzustellen.

Nach seinen großen militärischen Erfolgen ist Caesar als unbestrittener Anführer nach Rom zurückgekehrt. Das Volk hat ihn mit riesigen Triumphen gefeiert, und der Senat hat ihm immer mehr Titel verliehen. Schließlich hat Caesar sich selbst zum „Dictator Perpetuo“ (Diktator auf Lebenszeit) ernannt. Das hat bedeutet, dass er die alleinige Macht über den gesamten römischen Staat gehabt hat. Obwohl viele Senatoren das gehasst haben, hat Caesar diese Macht genutzt, um Rom radikal zu modernisieren.

Eine seiner wichtigsten Taten ist die Reform des Kalenders gewesen. Vor Caesar ist das römische Jahr oft sehr ungenau gewesen, aber er hat mit Hilfe von ägyptischen Astronomen den „Julianischen Kalender“ eingeführt. Dieser Kalender hat 365 Tage und ein Schaltjahr gehabt – ein System, das wir in fast gleicher Form heute noch benutzen. Außerdem hat er neue Städte für seine Soldaten gegründet, die Schulden der Armen reduziert und große öffentliche Gebäude wie das „Forum Iulium“ bauen lassen. Er hat versucht, den Staat effizienter zu machen und das Leben der einfachen Bürger zu verbessern.

Caesar hat sich jedoch nicht wie ein normaler Politiker verhalten, sondern immer mehr wie ein König. Er hat auf einem goldenen Thron gesessen und hat rote Stiefel getragen, die früher nur die Könige getragen haben. Er hat sogar zugelassen, dass man Statuen von ihm wie von einem Gott aufgestellt hat. Für die stolzen römischen Adligen ist das eine unerträgliche Beleidigung ihrer Traditionen gewesen. Sie haben gefürchtet, dass die Republik für immer am Ende ist und dass Caesar die totale Alleinherrschaft plant. In den dunklen Ecken des Senats hat sich deshalb eine gefährliche Verschwörung gegen ihn geformt.

Am 15. März im Jahr 44 vor Christus ist einer der berühmtesten Tage der Geschichte eingetreten. In Rom hat man diesen Tag die „Iden des März“ genannt. Julius Caesar hat geplant, bald zu einem neuen Krieg gegen die Parther aufzubrechen. Doch eine Gruppe von etwa sechzig Senatoren hat beschlossen, dass er niemals lebend aus Rom weggehen darf. Diese Verschwörer haben sich selbst die „Befreier“ genannt, weil sie geglaubt haben, dass sie die Freiheit der Republik retten müssen. Ihr Anführer ist Gaius Cassius gewesen, aber auch Caesars enger Freund Marcus Brutus hat mitgemacht.

Es hat viele Warnungen gegeben. Die Legende besagt, dass ein Wahrsager Caesar gewarnt hat: „Hüte dich vor den Iden des März!“ Auch seine Frau Calpurnia hat in der Nacht schreckliche Träume gehabt und hat ihn angefleht, zu Hause zu bleiben. Caesar hat zuerst gezögert, aber dann hat einer der Verschwörer ihn überzeugt, doch zum Senat zu gehen. Er ist ohne Leibwächter im Pompeius-Theater angekommen, wo sich die Senatoren an diesem Tag getroffen haben.

Sobald Caesar sich auf seinen Thron gesetzt hat, haben ihn die Verschwörer umzingelt. Einer hat ihm die Toga von der Schulter gezogen – das ist das Signal gewesen. Dann haben sie mit ihren Dolchen auf ihn eingestochen. Caesar hat versucht sich zu wehren, aber als er gesehen hat, dass auch Brutus seinen Dolch gezogen hat, hat er den Kampf aufgegeben. Er hat seine Toga über den Kopf gezogen und ist am Fuß der Statue seines alten Rivalen Pompeius gestorben. Er hat insgesamt dreiundzwanzig Stiche erhalten. Mit seinem Tod haben die Verschwörer geglaubt, dass die Republik wieder frei ist, aber sie haben sich gewaltig geirrt.

Nach dem gewaltsamen Tod von Caesar ist in Rom kein Frieden eingekehrt, sondern ein totales Chaos ausgebrochen. Die Verschwörer haben geglaubt, dass das Volk sie als Helden feiern würde, aber sie haben sich geirrt. Die einfachen Bürger haben Caesar geliebt und sind über seinen Mord schockiert und wütend gewesen. Bei seiner Beerdigung hat sein treuer Freund Marcus Antonius eine bewegende Rede gehalten und hat das blutige Gewand von Caesar gezeigt. Das hat die Menge so sehr aufgebracht, dass die Mörder aus Rom haben fliehen müssen.

Es hat neue, blutige Bürgerkriege gegeben, die viele Jahre gedauert haben. Am Ende ist jedoch nicht die Freiheit der Republik zurückgekehrt, sondern ein neuer starker Mann ist an die Macht gekommen: Caesars Adoptivsohn und Erbe, Octavian. Er hat alle seine Feinde besiegt und ist schließlich unter dem Namen Augustus der erste richtige Kaiser von Rom geworden. Er hat das Werk von Caesar vollendet und hat das Römische Reich in eine lange Zeit des Friedens und der Stabilität geführt.

Julius Caesar hat die Welt für immer verändert. Sein Name ist so mächtig gewesen, dass er zum offiziellen Titel für alle späteren Herrscher des Römischen Reiches geworden ist. Sogar Jahrhunderte später haben mächtige Herrscher seinen Namen adaptiert: Das deutsche Wort „Kaiser“ und das russische Wort „Zar“ sind beide direkt von dem Namen „Caesar“ abgeleitet worden. Obwohl er nur kurze Zeit als Diktator regiert hat, hat er die Basis für eine Weltmacht geschaffen, die noch über 400 Jahre lang existiert hat. Er ist bis heute das Symbol für militärische Genialität und den absoluten Willen zur Macht.