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Das Leben von Christoph Kolumbus (A1-A2)

NEWHÖREN

Christoph Kolumbus ist im Jahr 1451 in Genua geboren. Das ist eine große Hafenstadt in Italien. Sein Vater ist Domenico Colombo gewesen. Er ist ein Weber gewesen und hat Stoffe verkauft. Christoph hat drei Brüder und eine Schwester gehabt. Die Familie ist nicht reich gewesen, aber Christoph hat schon als kleiner Junge die Schiffe im Hafen beobachtet. Er hat die Seeleute gesehen und hat ihre Geschichten über ferne Länder und große Schätze gehört. Er hat gewusst: „Ich möchte kein Weber werden, ich möchte das Meer sehen.“

Schon mit 14 Jahren ist Christoph zum ersten Mal auf einem Schiff mitgefahren. Er hat auf dem Mittelmeer gearbeitet und hat viel gelernt. Er ist kein normaler Seemann gewesen. Er hat sich sehr für Karten interessiert. Zusammen mit seinem Bruder Bartolomeo hat er in Portugal als Kartograf gearbeitet. Das bedeutet, er hat Landkarten gezeichnet. Er hat Latein, Astronomie und Geografie gelernt. Zu dieser Zeit haben die meisten Menschen gedacht, dass die Welt flach ist. Aber Christoph Kolumbus hat Bücher gelesen und hat gedacht: „Die Erde ist eine Kugel. Wenn ich nach Westen segle, komme ich im Osten in Indien an.“

In Portugal hat Kolumbus eine Frau namens Felipa Perestrello Moniz geheiratet. Ihr Vater ist auch ein Seefahrer gewesen. Durch seine Frau hat Kolumbus viele alte Karten und Dokumente bekommen. Er hat diese Papiere jeden Tag studiert. Er hat geglaubt, dass der Ozean zwischen Europa und Asien nicht sehr groß ist. Er hat einen Plan gemacht: Er wollte eine neue Route nach Indien finden. Damals haben die Europäer Gewürze (wie Pfeffer und Zimt) und Gold aus Indien und China geliebt. Aber der Weg über das Land ist sehr lang, teuer und gefährlich gewesen.

Kolumbus ist ein sehr sturer Mann gewesen. Er hat fest an seine Idee geglaubt. Er hat jahrelang kalkuliert und Pläne gezeichnet. Aber er hat ein großes Problem gehabt: Er hat kein Geld für Schiffe und Matrosen gehabt. Eine Reise über den Ozean ist extrem teuer gewesen. Er hat einen Partner gebraucht – einen König oder eine Königin. Das ist der Moment gewesen, in dem sein langer Kampf um Unterstützung begonnen hat. Er hat seine Koffer gepackt und ist zum König von Portugal gegangen, um über seinen Traum zu sprechen. Aber der Weg zum Erfolg ist noch sehr weit gewesen.

Christoph Kolumbus hat einen festen Plan gehabt. Er hat gesagt: „Ich segle nach Westen und finde den Weg nach Indien.“ Er hat geglaubt, dass die Reise nur ein paar Wochen dauert. Im Jahr 1484 ist er zum König von Portugal gegangen. Er hat gesagt: „Majestät, geben Sie mir Schiffe! Ich bringe Ihnen Gold und Gewürze aus Asien.“ Aber die Experten vom König haben gelacht. Sie haben gesagt: „Kolumbus, du hast keine Ahnung. Die Erde ist viel größer. Dein Weg ist zu lang. Du wirst auf dem Meer sterben.“ Der König hat „Nein“ gesagt. Kolumbus ist sehr traurig gewesen, aber er hat nicht aufgegeben.

Er hat Portugal verlassen und ist nach Spanien gegangen. Dort hat er die Königin Isabella und den König Ferdinand getroffen. Zu dieser Zeit hat Spanien einen Krieg gehabt, deshalb haben sie zuerst gesagt: „Wir haben jetzt keine Zeit und kein Geld für Schiffe.“ Kolumbus hat sieben Jahre lang gewartet. Er ist oft von Stadt zu Stadt gereist und hat immer wieder gefragt. Er hat fast kein Geld mehr gehabt und seine Kleidung ist alt gewesen. Viele Menschen haben gedacht, dass Kolumbus verrückt ist. Aber Kolumbus hat eine starke Persönlichkeit gehabt. Er ist sehr geduldig gewesen.

Warum wollte Kolumbus unbedingt nach Indien? In Europa sind Gewürze wie Pfeffer sehr wertvoll gewesen. Pfeffer ist damals so teuer wie Gold gewesen! Die Könige wollten diese Gewürze direkt kaufen, ohne lange Wege über das Land. Kolumbus hat versprochen: „Ich mache Spanien reich.“ Schließlich hat der Krieg in Spanien aufgehört. Die Königin Isabella hat Kolumbus noch einmal gerufen. Sie hat gesagt: „Ich helfe dir. Ich gebe dir das Geld und die Schiffe.“ Das ist das größte „Ja“ in der Geschichte der Seefahrt gewesen.

Kolumbus hat drei Schiffe bekommen: die Santa Maria, die Pinta und die Niña. Er ist der „Admiral“ von dieser kleinen Flotte geworden. Er hat Matrosen gesucht, aber viele Männer haben Angst gehabt. Sie haben gedacht, dass Monster im Ozean leben. Aber Kolumbus hat alles vorbereitet. Er hat Essen, Wasser und Holz auf die Schiffe gebracht. Am 3. August 1492 ist er im Hafen von Palos gestartet. Die Segel sind im Wind gewesen und die Reise in das Unbekannte hat begonnen. Kolumbus hat nicht gewusst, dass er die Welt für immer verändern wird.

Am 3. August 1492 sind die drei Schiffe aus Spanien losgefahren. Zuerst sind sie zu den Kanarischen Inseln gesegelt. Dort haben sie die Schiffe repariert und frisches Wasser geholt. Dann ist der echte Test gekommen: der offene Atlantik. Die Matrosen haben nur Wasser und Himmel gesehen. Tag für Tag, Woche für Woche ist nichts passiert. Der Wind ist stark gewesen, aber das Land ist nicht gekommen.

Nach einem Monat haben die Matrosen angefangen zu schimpfen. Sie haben gesagt: „Kolumbus, du hast uns belogen! Wir werden hier sterben. Es gibt kein Indien!“ Sie haben Angst gehabt, dass das Essen und das Wasser nicht reichen. Kolumbus hat zwei Tagebücher geschrieben. In das erste Tagebuch hat er die echte Distanz geschrieben. In das zweite Tagebuch hat er eine kleinere Zahl geschrieben, damit die Matrosen keine Angst haben. Er hat sie jeden Tag motiviert und gesagt: „Bald sehen wir Vögel, bald sehen wir Holz im Wasser. Das Land ist nah!“

Anfang Oktober ist die Situation sehr gefährlich gewesen. Die Matrosen wollten eine Meuterei machen. Das bedeutet, sie wollten Kolumbus einsperren und allein zurück nach Spanien fahren. Aber Kolumbus ist ruhig geblieben. Er hat versprochen: „Wenn wir in drei Tagen kein Land sehen, dann fahren wir zurück.“ Und dann ist ein Wunder passiert. Sie haben grüne Blätter im Wasser gesehen und kleine Vögel sind über die Schiffe geflogen. Niemand hat mehr geschlafen. Alle haben auf den Horizont geschaut.

In der Nacht zum 12. Oktober 1492 hat ein Matrose namens Rodrigo de Triana plötzlich gerufen: „Land! Land!“ Die Schiffe haben angehalten und gewartet. Am Morgen haben sie eine wunderschöne grüne Insel gesehen. Kolumbus hat seine schönste Kleidung angezogen und hat eine Fahne genommen. Er ist mit einem kleinen Boot zum Strand gefahren. Er ist auf die Knie gefallen und hat Gott gedankt. Er hat gedacht, dass er in Indien ist. Aber in Wirklichkeit hat er eine neue Welt gefunden: Amerika.

Am Morgen des 12. Oktober 1492 ist Kolumbus an den Strand einer Insel auf den Bahamas gegangen. Er hat die Insel San Salvador genannt. Er hat ein rotes Gewand getragen und das königliche Banner von Spanien in der Hand gehalten. Kurz danach sind viele Menschen aus dem Wald gekommen. Diese Menschen haben fast keine Kleidung getragen und ihre Körper sind bunt bemalt gewesen. Sie sind friedlich und sehr neugierig gewesen. Kolumbus hat sie „Indios“ (Indianer) genannt, weil er fest geglaubt hat: „Ich bin in Indien gelandet.“

Die Kommunikation ist sehr schwierig gewesen, weil sie keine gemeinsame Sprache gehabt haben. Aber Kolumbus hat den Menschen kleine Geschenke gegeben, wie zum Beispiel rote Mützen und Glaskugeln. Die Einheimischen haben ihm dafür Papageien, Baumwolle und Speere gegeben. Kolumbus hat in sein Tagebuch geschrieben: „Sie sind sehr freundlich und haben keine Waffen. Sie wissen nicht, was ein Schwert ist. Wenn man ihnen ein Schwert zeigt, fassen sie es an der scharfen Seite an und schneiden sich.“ Er hat sofort gedacht, dass diese Menschen gute Diener für den König von Spanien sein könnten.

Kolumbus hat aber nur nach einer Sache gesucht: Gold. Er hat gesehen, dass einige Menschen kleinen Goldschmuck in der Nase getragen haben. Mit Zeichen hat er gefragt: „Woher kommt das Gold?“ Die Einheimischen haben nach Süden gezeigt. Deshalb ist Kolumbus schnell weitergesegelt. Er hat die Inseln Kuba und Hispaniola (heute Dominikanische Republik und Haiti) gefunden. Auf Hispaniola hat er zum ersten Mal Menschen gesehen, die trockene Blätter gerollt und geraucht haben. Das ist der Tabak gewesen. Für die Europäer ist das völlig neu und sehr seltsam gewesen.

In der Weihnachtsacht 1492 ist ein Unglück passiert. Sein Flaggschiff, die Santa Maria, ist auf einen Felsen gefahren und kaputtgegangen. Kolumbus hat keine Angst gehabt. Er hat das Holz vom Schiff genommen und daraus eine kleine Festung gebaut. Er hat sie „La Navidad“ genannt. Da er nicht genug Platz für alle Männer auf den anderen zwei Schiffen gehabt hat, sind 39 Matrosen auf der Insel geblieben. Kolumbus hat ihnen versprochen: „Ich komme zurück und hole euch ab.“ Dann hat er die Niña und die Pinta für die Rückreise nach Spanien vorbereitet. Er wollte der Königin unbedingt von seinem Erfolg erzählen.

Im Januar 1493 hat Kolumbus die Karibik verlassen. Die Rückreise ist sehr schwer gewesen, weil es auf dem Atlantik schreckliche Stürme gegeben hat. Kolumbus hat große Angst gehabt, dass seine Schiffe sinken. Er hat seine Entdeckungen auf ein Stück Pergament geschrieben, es in ein Fass gesteckt und in das Meer geworfen. Er hat gehofft: „Wenn ich sterbe, findet jemand diese Nachricht.“ Aber das Schicksal hat ihm geholfen. Er hat den Sturm überlebt und ist im März 1493 in Spanien angekommen.

In Spanien haben die Menschen ihn wie einen König gefeiert. Er ist durch viele Städte gereist, um zum Palast von König Ferdinand und Königin Isabella zu kommen. Überall sind Menschen auf die Straße gelaufen, um den „Admiral“ zu sehen. Kolumbus hat eine große Show gemacht. Er hat exotische Papageien, seltsame Pflanzen, unbekannte Früchte und – am wichtigsten – echtes Gold gezeigt. Er hat auch einige der „Indianer“ mitgebracht, die er auf den Inseln entführt hat. Die Spanier haben diese Menschen mit großer Neugier angeschaut, weil sie so anders ausgesehen haben.

Die Könige sind sehr beeindruckt gewesen. Sie haben Kolumbus auf einen Stuhl neben sich gesetzt – das ist eine riesige Ehre gewesen! Er hat den Titel „Admiral des Ozeanmeeres“ bekommen. Er hat den Königen erzählt, dass er den Weg nach Indien gefunden hat. Er hat versprochen, dass es dort noch viel mehr Gold und Reichtümer gibt. Die Königin Isabella hat geglaubt, dass sie jetzt die reichste Herrscherin der Welt wird. Alle wollten jetzt mit Kolumbus segeln.

Aber nicht alles ist perfekt gewesen. Einige Leute am Hof haben gesagt: „Das war doch einfach. Jeder kann über den Ozean segeln.“ Es gibt eine berühmte Geschichte über das „Ei des Kolumbus“. Er hat ein Ei genommen und gefragt: „Wer kann dieses Ei auf die Spitze stellen?“ Niemand hat es geschafft. Dann hat Kolumbus das Ei leicht auf den Tisch geschlagen, sodass die Schale unten flach gewesen ist. Das Ei ist stehen geblieben. Er hat damit gezeigt: Alles ist einfach, wenn man weiß, wie es funktioniert. Aber man muss den Mut haben, es als Erster zu tun. Die Könige haben sofort eine zweite, viel größere Reise geplant.

Im September 1493 ist Kolumbus wieder losgefahren. Aber dieses Mal ist er nicht mit drei kleinen Schiffen gesegelt. Er hat eine riesige Flotte gehabt: 17 Schiffe und über 1200 Männer! Es sind nicht nur Matrosen gewesen, sondern auch Soldaten, Priester, Handwerker und reiche Edelmänner. Sie haben Pferde, Kühe, Schweine und Samen für Pflanzen mitgebracht. Sie wollten eine echte spanische Stadt in Amerika bauen. Alle Männer haben geträumt: „Wir werden in ein paar Wochen sehr reich sein.“

Die Reise ist sehr schnell gewesen. Kolumbus hat viele neue Inseln gefunden, zum Beispiel Dominica, Guadeloupe und Puerto Rico. Aber als er auf der Insel Hispaniola angekommen ist, hat er einen Schock bekommen. Er ist zu seiner kleinen Festung „La Navidad“ gefahren, aber die Festung ist weg gewesen. Alle 39 Männer, die dort geblieben sind, sind tot gewesen. Die Einheimischen haben gesagt, dass die Spanier böse gewesen sind und Gold gestohlen haben. Deshalb hat es einen Kampf gegeben. Kolumbus ist sehr traurig und wütend gewesen.

Er hat eine neue Stadt gebaut und sie „La Isabela“ genannt, zu Ehren der Königin. Aber das Leben in der neuen Stadt ist schrecklich gewesen. Es hat nicht genug Essen gegeben und viele Männer sind krank geworden. Das Gold, das Kolumbus versprochen hat, ist nicht einfach auf dem Boden gelegen. Die Männer haben hart arbeiten müssen, aber sie wollten das nicht. Sie haben angefangen, gegen Kolumbus zu schimpfen. Sie haben gesagt: „Kolumbus hat uns belogen! Hier gibt es nur Krankheiten und Arbeit, aber kein Gold.“

Kolumbus ist ein guter Kapitän auf dem Meer gewesen, aber er ist kein guter Gouverneur (Chef) an Land gewesen. Er ist sehr streng gewesen und hat die Menschen hart bestraft. Er hat auch angefangen, viele Einheimische als Sklaven nach Spanien zu schicken, um Geld zu verdienen. Die Königin Isabella ist darüber nicht glücklich gewesen. Sie hat gesagt: „Diese Menschen sind meine Untertanen, man darf sie nicht verkaufen.“ In der neuen Welt hat das Chaos begonnen. Kolumbus hat gemerkt, dass es schwer ist, ein Land zu regieren.

Im Jahr 1498 ist Kolumbus zum dritten Mal mit sechs Schiffen losgefahren. Dieses Mal ist er weiter nach Süden gesegelt. Er hat eine große Insel gefunden und sie Trinidad genannt. Kurz danach hat er zum ersten Mal das echte Festland von Südamerika gesehen (die Küste von Venezuela). Er hat die Mündung des Flusses Orinoco gefunden. Er hat in sein Tagebuch geschrieben: „Das Wasser ist süß und das Land ist so grün. Ich glaube, ich habe das irdische Paradies gefunden.“ Er ist sehr glücklich gewesen, weil er dachte, dass er nun endlich das Herz von Asien erreicht hat.

Aber die Realität auf der Insel Hispaniola ist die Hölle gewesen. Als Kolumbus dort angekommen ist, hat er gesehen, dass alles im Chaos liegt. Die spanischen Siedler haben gegen seinen Bruder Bartolomeo gekämpft. Es hat einen Bürgerkrieg gegeben. Die Siedler sind wütend gewesen, weil es nicht genug Gold gegeben hat und sie Hunger hatten. Sie haben gesagt: „Die Familie Kolumbus sind schlechte Chefs! Sie sind Ausländer aus Italien und sie sind zu streng.“ Die Nachricht über das Chaos ist bis nach Spanien geflogen.

Der König und die Königin von Spanien haben genug gehabt. Sie haben einen Mann namens Francisco de Bobadilla nach Amerika geschickt. Er hat eine Mission gehabt: Er sollte die Situation kontrollieren. Als Bobadilla angekommen ist, hat er etwas Drastisches getan. Er hat Christoph Kolumbus und seine Brüder verhaftet. Er hat dem großen Admiral Eisenketten an die Hände und Füße gelegt. Das ist eine riesige Schande für Kolumbus gewesen. Vor ein paar Jahren ist er noch ein Held gewesen, und jetzt ist er ein Gefangener.

Im Oktober 1500 ist Kolumbus als Gefangener auf einem Schiff nach Spanien zurückgekehrt. Die Matrosen auf dem Schiff haben Mitleid mit ihm gehabt. Sie wollten seine Ketten abnehmen, aber Kolumbus hat „Nein“ gesagt. Er war stolz und wütend. Er wollte, dass die Königin sieht, wie man ihn behandelt hat. Als er in Spanien angekommen ist, haben die Menschen ihn in Ketten gesehen und waren schockiert. Die Königin Isabella hat ihn sofort befreit, aber sie hat ihm seine Macht weggenommen. Er ist nicht mehr der Gouverneur der neuen Welt gewesen.

Im Jahr 1502 hat Kolumbus die Erlaubnis für eine vierte Reise bekommen. Er hat vier alte Schiffe gehabt. Sein Ziel ist es gewesen, eine Passage nach Indien zu finden. Er ist an der Küste von Mittelamerika (Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama) entlanggesegelt. Aber die Reise ist ein Albtraum gewesen. Es hat schreckliche Stürme gegeben und die Schiffe sind durch kleine Tiere im Wasser kaputtgegangen. Das Holz hat viele Löcher gehabt.

Im Juni 1503 hat Kolumbus die Schiffe nicht mehr steuern können. Er ist auf der Insel Jamaika gestrandet. Die Schiffe sind im Sand festgesteckt und sie sind wie kleine Häuser auf dem Wasser gewesen. Kolumbus und seine Männer haben dort ein ganzes Jahr warten müssen. Sie haben fast kein Essen gehabt. Die Einheimischen auf Jamaika wollten ihnen nach einiger Zeit kein Essen mehr geben, weil die Spanier oft unfreundlich gewesen sind. Kolumbus hat eine Idee gebraucht, um seine Männer zu retten.

Er hat in seinen astronomischen Büchern gelesen, dass es bald eine Mondfinsternis geben wird. Er hat die Chefs der Einheimischen gerufen und gesagt: „Mein Gott ist wütend auf euch, weil ihr uns kein Essen gebt. Heute Nacht wird er den Mond wegnehmen!“ In der Nacht ist der Mond plötzlich dunkel und rot geworden. Die Einheimischen haben große Angst gehabt. Sie haben geschrien und haben sofort viel Essen zu den Schiffen gebracht. Sie haben Kolumbus gebeten: „Bitte, gib uns den Mond zurück!“ Ein paar Stunden später ist der Mond wieder hell gewesen.

Nach einem langen Jahr ist endlich ein Schiff aus Hispaniola gekommen und hat Kolumbus gerettet. Er ist im November 1504 nach Spanien zurückgekehrt. Er ist sehr schwach gewesen und hat kaum noch laufen können. In Spanien hat er eine traurige Nachricht gehört: Seine Unterstützerin, die Königin Isabella, ist gestorben. Ohne die Königin hat Kolumbus keinen Freund mehr am Hof gehabt. Er hat sich einsam gefühlt und hat gewusst, dass seine Zeit als Entdecker zu Ende ist.

Nach seiner vierten Reise ist Kolumbus im Jahr 1504 nach Spanien zurückgekehrt. Er ist sehr krank gewesen. Er hat oft starke Schmerzen in den Gelenken gehabt (Arthritis). Er hat in der Stadt Sevilla und später in Valladolid gelebt. Er hat fast jeden Tag Briefe an den König Ferdinand geschrieben. Er hat gesagt: „Majestät, ich habe Ihnen eine neue Welt geschenkt. Bitte geben Sie mir mein Geld und meine Titel zurück!“ Aber der König ist distanziert gewesen. Ohne Königin Isabella hat niemand Kolumbus wirklich geholfen.

Das Seltsamste an dieser Geschichte ist: Kolumbus hat bis zu seinem Tod geglaubt, dass er in Asien gewesen ist. Er hat gedacht, dass Kuba ein Teil von China ist und dass Hispaniola in der Nähe von Japan liegt. Er hat nie verstanden, dass er einen riesigen, neuen Kontinent gefunden hat. Ein anderer Seefahrer, Amerigo Vespucci, hat das später erkannt. Deshalb heißt der Kontinent heute „Amerika“ und nicht „Kolumbia“. Kolumbus ist in seinem Kopf immer ein Entdecker von Indien geblieben.

In seinen letzten Monaten ist Kolumbus nicht arm gewesen, aber er hat sich arm gefühlt. Er hat gedacht, dass die Menschen ihn vergessen haben. Er hat viel Zeit mit seinen Söhnen Diego und Fernando verbracht. Er hat ihnen seine Karten und seine Tagebücher gegeben. Er wollte, dass seine Familie stolz auf seinen Namen ist. Trotz seiner Krankheiten hat er immer noch von einer fünften Reise geträumt, aber sein Körper ist zu schwach gewesen.

Am 20. Mai 1506 ist Christoph Kolumbus in Valladolid gestorben. Er ist 55 Jahre alt gewesen. Sein Tod ist damals keine große Nachricht in den Zeitungen gewesen. Die Menschen in Spanien haben zu dieser Zeit mehr über das Gold aus den neuen Kolonien gesprochen als über den Mann, der sie gefunden hat. Erst viele Jahre später haben die Menschen verstanden, wie wichtig seine Reisen wirklich gewesen sind. Kolumbus hat die Tür zu einer neuen Welt geöffnet, aber er ist durch diese Tür als ein einsamer Mann gegangen.

Nach seinem Tod ist die Bedeutung von Kolumbus immer größer geworden. Seine Reisen haben den „Kolumbianischen Austausch“ gestartet. Das bedeutet: Pflanzen, Tiere und Ideen sind zwischen Europa und Amerika hin und her gewandelt. Die Europäer haben zum ersten Mal Tomaten, Kartoffeln, Mais und Schokolade gegessen. Ohne Kolumbus hätten wir heute keine Pizza mit Tomaten oder Pommes frites! Aber die Europäer haben auch Pferde und Weizen nach Amerika gebracht. Die Welt ist durch ihn zum ersten Mal wirklich global geworden.

Aber die Geschichte von Kolumbus hat auch eine dunkle Seite. Er hat den Weg für die Eroberung von Amerika geöffnet. Viele Menschen in Spanien und anderen Ländern wollten nur das Gold. Sie sind sehr grausam zu den Einheimischen gewesen. Millionen von Ureinwohnern sind gestorben, weil die Europäer Krankheiten (wie die Pocken) mitgebracht haben. Die Einheimischen hatten keine Medizin gegen diese Krankheiten. Kolumbus hat auch mit dem Sklavenhandel begonnen. Deshalb gibt es heute viele Diskussionen über ihn.

Früher haben die Menschen Kolumbus nur als einen großen Helden gefeiert. Es gibt viele Statuen von ihm in Städten wie New York, Madrid oder Barcelona. Viele Länder in Amerika haben den „Columbus Day“ als Feiertag gehabt. Aber heute denken viele Menschen anders. Sie sagen: „Er hat Amerika nicht 'entdeckt', denn dort haben schon Millionen Menschen gelebt.“ In einigen Städten haben die Menschen seine Statuen entfernt. Sie möchten lieber die Geschichte der Ureinwohner feiern.

Trotz der Kritik bleibt Christoph Kolumbus eine der wichtigsten Personen der Weltgeschichte. Er ist ein mutiger Seemann gewesen, der eine neue Ära gestartet hat. Er hat gezeigt, dass man mit Mut und einer starken Idee die Grenzen der Welt überspringen kann. Ob er ein Held oder ein Bösewicht ist, muss jeder Mensch selbst entscheiden. Aber eines ist sicher: Die Welt von heute ist ohne seine Reise im Jahr 1492 nicht vorstellbar. Er hat die Tür zu einer neuen Zeit aufgestoßen.