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Das Leben von Alexander Graham Bell (A1-A2)

NEWHÖREN

Alexander Graham Bell ist am 3. März 1847 in Edinburgh, Schottland, geboren. Er ist in einer sehr interessanten Familie aufgewachsen. Sein Vater und sein Großvater sind Experten für Sprache und Sprechen gewesen. Sie haben Menschen geholfen, die nicht gut sprechen konnten. Alexander hat schon als Kind gelernt: Töne und Stimmen sind sehr wichtig. Er hat eine große Neugier gehabt und hat immer wissen wollen: „Wie funktioniert die menschliche Stimme?“

Seine Mutter, Eliza, ist fast taub gewesen. Sie hat kaum etwas hören können. Aber Alexander hat einen Weg gefunden, mit ihr zu kommunizieren. Er hat nicht laut geschrien. Er hat ganz nah an ihrer Stirn gesprochen. Er hat geglaubt, dass sie die Vibrationen von seiner Stimme spüren kann. Das ist ein sehr wichtiger Moment in seinem Leben gewesen. Er hat verstanden, dass man Töne nicht nur hören, sondern auch fühlen kann. Wegen seiner Mutter hat er sein ganzes Leben lang nach Wegen gesucht, um Gehörlosen zu helfen.

Alexander ist ein sehr kluger Junge gewesen. Er hat das Klavierspielen geliebt. Er hat bemerkt, dass die Saiten im Klavier vibrieren, wenn er singt. Mit nur zwölf Jahren hat er seine erste Erfindung gemacht. Er hat für einen Freund eine Maschine gebaut, die Schalen von Weizen entfernt. Es ist eine einfache Maschine mit Bürsten gewesen, aber sie hat funktioniert! Sein Vater ist stolz gewesen, aber er hat gewollt, dass Alexander mehr über die Stimme lernt.

In seiner Jugend hat er viel experimentiert. Er hat sogar versucht, seinem Hund das „Sprechen“ beizubringen! Er hat den Hals vom Hund vorsichtig manipuliert, damit die Töne wie Wörter klingen. Das ist lustig gewesen, aber es hat auch gezeigt: Alexander hat die Mechanik hinter den Tönen verstehen wollen. Er hat gewusst, dass er kein normaler Arbeiter werden möchte. Er hat ein Forscher werden wollen. Sein Weg hat ihn bald weit weg von Schottland geführt, aber sein Interesse für den Ton ist immer bei ihm geblieben.

Alexander Graham Bell hat seine Arbeit nicht nur als Beruf gesehen. Es ist für ihn eine Mission gewesen. Wie wir wissen, hat seine Mutter kaum hören können. Aber im Jahr 1871 hat er in Boston eine junge Frau getroffen. Ihr Name ist Mabel Hubbard gewesen. Sie ist eine Schülerin von ihm gewesen und sie ist durch eine Krankheit komplett gehörlos geworden. Alexander hat sich in Mabel verliebt. Er hat gesehen, wie schwierig das Leben ohne Töne ist. Er hat Mabel später geheiratet und sie ist seine größte Unterstützung gewesen.

In Boston hat Alexander an einer speziellen Schule für Gehörlose gearbeitet. Er hat dort „Visible Speech“ (Sichtbare Sprache) unterrichtet. Das ist ein System von seinem Vater gewesen. Mit diesem System haben Menschen gelernt, wie sie ihre Lippen und ihre Zunge bewegen müssen, um Töne zu machen, auch wenn sie sich selbst nicht hören können. Alexander ist ein sehr geduldiger Lehrer gewesen. Er hat gewollt, dass alle Menschen kommunizieren können. Er hat immer gesagt: „Ein Mensch ohne Sprache ist wie ein Vogel ohne Flügel.“

Alexander hat in dieser Zeit sehr viel nachgedacht. Er hat sich gefragt: „Wenn wir Töne sichtbar machen können, können wir sie dann auch über ein Kabel schicken?“ Er hat angefangen, mit Elektrizität zu experimentieren. Er hat geglaubt, dass man Töne in elektrische Signale verwandeln kann. Sein Ziel ist es gewesen, ein Gerät für Gehörlose zu bauen, damit sie „sehen“ können, was andere Menschen sagen. Er hat viele Stunden in seinem Labor verbracht und hat fast nie geschlafen.

Mabels Vater, Herr Hubbard, hat Alexander bei seiner Forschung geholfen. Er hat ihm Geld für seine Experimente gegeben. Ohne die Liebe zu Mabel und die Hilfe für seine Mutter hat Alexander vielleicht nie das Telefon erfunden. Seine Arbeit für Gehörlose hat ihm die richtigen Ideen gegeben. Er hat gelernt, wie das menschliche Ohr funktioniert. Dieses Wissen ist die Basis für seine größte Erfindung gewesen. Er hat bewiesen, dass Liebe und Wissenschaft zusammen große Wunder machen können.

Im Jahr 1870 ist die Familie Bell nach Kanada umgezogen. Alexander ist zu dieser Zeit sehr krank gewesen. Seine beiden Brüder sind leider an einer Lungenkrankheit gestorben. Sein Vater hat große Angst gehabt und hat gesagt: „Wir müssen an einen Ort mit besserer Luft gehen.“ In Kanada ist Alexander schnell wieder gesund geworden. Er hat viel Zeit im Garten verbracht und hat weiter über Töne nachgedacht. Aber er hat gewusst, dass er in einer großen Stadt arbeiten muss, um ein echter Erfinder zu werden.

Im Jahr 1871 ist Alexander nach Boston in die USA gegangen. Boston ist zu dieser Zeit ein Zentrum für Wissenschaft und neue Ideen gewesen. Er hat dort als Professor an der Universität gearbeitet. Er hat den Studenten gezeigt, wie man die menschliche Stimme analysiert. Er ist ein sehr beliebter Lehrer gewesen, weil er sehr leidenschaftlich gesprochen hat. Aber nach der Arbeit ist er sofort in sein kleines Labor gegangen. Er hat fast sein ganzes Geld für Kabel, Batterien und Magnete ausgegeben.

In Boston hat er einen sehr wichtigen Mann getroffen: Thomas Watson. Watson ist ein junger Mechaniker gewesen. Er hat sehr gut mit seinen Händen arbeiten können. Alexander hat die Ideen gehabt und Watson hat die Geräte gebaut. Sie sind ein perfektes Team gewesen. Alexander hat zu Watson gesagt: „Ich habe eine Idee für einen harmonischen Telegrafen. Wir können viele Nachrichten gleichzeitig über ein Kabel schicken.“ Sie haben viele Nächte zusammen gearbeitet und haben hunderte Experimente gemacht.

Oft haben die Experimente nicht funktioniert. Die Kabel sind kaputtgegangen oder die Batterien haben keinen Strom mehr gehabt. Aber Alexander hat nie aufgegeben. Er hat in Boston eine kleine Wohnung gemietet und hat dort sein Labor eingerichtet. Er hat jeden Tag Briefe an seine Eltern geschrieben und hat von seinen Träumen erzählt. Er hat gefühlt, dass er ganz nah an einer großen Entdeckung ist. In Boston hat sein Leben als Erfinder richtig begonnen, und die ganze Welt hat bald über ihn gesprochen.

In den Jahren 1874 und 1875 hat Alexander Graham Bell fast jede freie Minute in seinem Labor verbracht. Sein großes Projekt ist der „harmonische Telegraf“ gewesen. Zu dieser Zeit hat man mit dem Telegrafen nur kurze Signale (Punkte und Striche) schicken können. Alexander hat eine Idee gehabt: „Ich möchte verschiedene Töne gleichzeitig über ein einziges Kabel schicken.“ Er hat geglaubt, dass man Musik oder viele Nachrichten gleichzeitig transportieren kann, wenn man die richtige Frequenz benutzt. Er hat sehr hart gearbeitet, weil reiche Geschäftsleute ihm Geld für diese Erfindung versprochen haben.

Aber während dieser Arbeit hat Alexander immer wieder an die menschliche Stimme gedacht. Er hat sich gefragt: „Wenn ein Telegraf Töne schicken kann, warum kann er dann nicht auch Wörter schicken?“ Er hat mit Thomas Watson viele Stunden lang mit Metallfedern und Magneten experimentiert. Eines Tages, am 2. Juni 1875, ist etwas sehr Wichtiges passiert. Watson hat an einer Metallfeder gezupft, die festgesteckt hat. Alexander hat in dem anderen Zimmer ein Geräusch an seinem Empfänger gehört. Es ist kein kurzes Signal gewesen, sondern ein echter Ton mit Vibrationen!

In diesem Moment hat Alexander verstanden: Ein elektrischer Strom kann die Form von Schallwellen kopieren. Das ist das Geheimnis für das Telefon gewesen! Er ist sofort zu Watson gelaufen und hat gerufen: „Ändern Sie nichts! Das ist es!“ Er hat aufgehört, nur an den Telegrafen zu denken. Er hat sofort angefangen, Skizzen für ein neues Gerät zu zeichnen. Er hat verstanden, dass man eine Membran braucht, die wie das menschliche Trommelfell im Ohr funktioniert. Diese Membran hat die Töne der Stimme in elektrische Wellen verwandelt.

Die Arbeit ist sehr anstrengend gewesen. Alexander hat oft Kopfschmerzen gehabt und ist sehr müde gewesen. Er hat sich oft mit seinen Geldgebern gestritten, weil sie wollten, dass er den Telegrafen fertig macht. Aber Alexander ist stur geblieben. Er hat gewusst, dass die Stimme über das Kabel viel wichtiger ist als einfache Signale. Er hat Monate lang an der Qualität der Übertragung gearbeitet. Er hat die Magnete verbessert und mit verschiedenen Materialien für die Membran experimentiert. Er ist bereit für den großen Moment gewesen, an dem die Welt zum ersten Mal eine menschliche Stimme durch ein Kabel hört.

Im März 1876 hat Alexander Graham Bell in Boston gewohnt und gearbeitet. Er hat ein neues Patent für seine Erfindung bekommen. Das Patent hat die Nummer 174.465 gehabt. Aber das Gerät hat noch nicht perfekt funktioniert. Am 10. März 1876 ist Alexander in seinem Labor gewesen. Er hat an einem Sender gearbeitet. Sein Assistent, Thomas Watson, ist in einem anderen Zimmer am Ende des Flurs gewesen. Zwischen den beiden Zimmern ist ein langes Kupferkabel gewesen.

An diesem Tag ist ein kleiner Unfall passiert. Man sagt, dass Alexander ein bisschen Säure auf seine Hose geschüttet hat. Er hat Schmerzen gehabt und hat nach seinem Assistenten gerufen. Er hat in den Trichter vom Telefon gesprochen: „Mr. Watson, kommen Sie her, ich möchte Sie sehen!“ (Mr. Watson, come here, I want to see you!). Thomas Watson hat jedes Wort ganz deutlich durch das Kabel gehört. Er ist sofort zu Alexander gelaufen und hat gerufen: „Ich habe Sie gehört! Ich habe die Worte verstanden!“

Das ist ein historischer Moment gewesen. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Menschheit gewesen, dass eine menschliche Stimme über eine Distanz transportiert worden ist. Alexander und Watson sind sehr glücklich gewesen. Sie haben den ganzen Abend lang experimentiert. Sie haben Lieder gesungen und sich Sätze durch das Kabel gesagt. Alexander hat gewusst: Das ist keine Spielerei, das ist eine Revolution. Er hat sofort einen Brief an seinen Vater geschrieben und hat gesagt: „Der Tag wird kommen, an dem man durch ein Kabel in einer Stadt spricht und in einer anderen Stadt gehört wird.“

Aber Alexander hat keine Zeit zum Ausruhen gehabt. Er hat seine Erfindung der Welt zeigen wollen. Im selben Jahr ist eine große Ausstellung in Philadelphia gewesen (die Centennial Exposition). Dort hat er sein Telefon den Richtern und dem Kaiser von Brasilien gezeigt. Der Kaiser hat den Hörer an sein Ohr gehalten und hat gerufen: „Mein Gott, es spricht!“ Von diesem Moment an hat jeder über das Telefon gesprochen. Alexander Graham Bell ist plötzlich ein berühmter Mann gewesen, aber der Kampf um seine Erfindung hat gerade erst begonnen.

Nach dem Erfolg in Philadelphia ist Alexander Graham Bell sehr berühmt geworden. Aber er hat ein großes Problem gehabt. Ein anderer Erfinder, Elisha Gray, ist am selben Tag wie Bell zum Patentamt gegangen. Er hat auch eine Idee für ein Telefon gehabt. Es ist ein riesiger Streit um die Zeit gewesen: Wer ist zuerst da gewesen? Bell hat das offizielle Patent bekommen, aber Elisha Gray und die große Firma „Western Union“ haben gegen ihn gekämpft. Sie haben gesagt, dass Bell ihre Ideen gestohlen hat.

In den nächsten Jahren hat es über 600 Gerichtsprozesse gegeben! Das ist unglaublich gewesen. Alexander hat viele Stunden vor Richtern gesessen und hat seine Skizzen gezeigt. Er hat seine Tagebücher aus Boston mitgebracht, um zu beweisen: „Ich habe diese Idee schon im Jahr 1874 gehabt.“ Er ist oft sehr gestresst gewesen, weil er lieber in seinem Labor gearbeitet hat, als im Gericht zu sitzen. Aber er hat gewusst: Wenn er diesen Kampf verliert, verliert er alles.

Die Firma Western Union ist damals sehr reich und mächtig gewesen. Sie haben sogar einen anderen berühmten Erfinder, Thomas Edison, gefragt. Edison hat ein besseres Mikrofon für das Telefon gebaut. Bell hat aber ein sehr gutes Team von Anwälten gehabt. Am Ende hat das höchste Gericht in den USA gesagt: „Alexander Graham Bell ist der wahre Erfinder des Telefons.“ Er hat alle wichtigen Prozesse gewonnen. Das hat seinen Namen für immer geschützt und er ist ein sehr reicher Mann geworden.

Obwohl es so viele Streitigkeiten gegeben hat, hat Alexander nie den Respekt vor anderen Erfindern verloren. Er hat gewusst, dass Wissenschaft oft ein Wettbewerb ist. Aber dieser Sieg im Gericht ist die Basis für sein Imperium gewesen. Er hat nun die Freiheit gehabt, seine eigene Firma zu gründen. Das Telefon ist nun bereit für die ganze Welt gewesen, und niemand hat mehr sagen können, dass es nicht seine Erfindung ist.

Nach den Siegen im Gericht hat Alexander Graham Bell im Jahr 1877 die „Bell Telephone Company“ gegründet. Er hat das nicht allein getan. Er hat Partner gehabt, wie zum Beispiel den Vater seiner Frau Mabel, Herrn Hubbard. Am Anfang haben viele Menschen gelacht und gesagt: „Wer braucht ein Telefon? Wir haben doch den Telegrafen und Briefe!“ Aber Alexander hat gewusst, dass die Stimme viel persönlicher ist. Er hat angefangen, die ersten Telefonleitungen in Städten wie Boston und New York zu bauen.

Zuerst ist das Telefon ein Luxus für reiche Geschäftsleute gewesen. Man hat keine Nummern gehabt. Wenn man jemanden anrufen wollte, hat man eine Zentrale gerufen. Dort haben junge Frauen gearbeitet, die man „Fräulein vom Amt“ genannt hat. Sie haben die Kabel von Hand zusammengesteckt, damit zwei Menschen sprechen können. Alexander hat gesehen, wie schnell seine Idee gewachsen ist. Innerhalb von nur zehn Jahren hat es in den USA schon über 150.000 Telefone gegeben. Die Welt ist durch diese Kabel plötzlich viel kleiner geworden.

Alexander Graham Bell ist durch die Firma sehr reich geworden, aber das Geld ist ihm nicht so wichtig gewesen. Er hat viele Aktien von seiner Firma an seine Frau Mabel verschenkt. Er hat sich oft aus dem täglichen Geschäft zurückgezogen, weil er die Verwaltung und die Büros langweilig gefunden hat. Er hat zu seinen Partnern gesagt: „Ihr macht das Geschäft, ich gehe zurück in mein Labor. Ich habe noch viele andere Ideen!“ Seine Firma hat sich später in die große Firma AT&T verwandelt, die heute noch jeder in Amerika kennt.

Das Telefon hat das Leben der Menschen komplett verändert. Man hat keine Tage mehr warten müssen, um eine Nachricht zu bekommen. Man hat einfach den Hörer genommen. Alexander hat sich gefreut, dass seine Erfindung den Menschen hilft. Aber er hat ein Problem gehabt: Er hat das Klingeln vom Telefon in seinem eigenen Haus nicht gemocht! Er hat das Telefon oft mit einem Tuch abgedeckt, weil er in Ruhe arbeiten wollte. Er ist ein Mann der Stille gewesen, obwohl er die Welt zum Sprechen gebracht hat.

Alexander Graham Bell hat oft gesagt: „Ein Erfinder kann nicht aufhören zu denken.“ Nachdem das Telefon ein Erfolg gewesen ist, hat er an vielen anderen Projekten gearbeitet. Eine seiner wichtigsten Erfindungen ist der erste Metalldetektor gewesen. Im Jahr 1881 ist der amerikanische Präsident James Garfield angeschossen worden. Die Ärzte haben die Kugel in seinem Körper nicht finden können. Alexander hat sofort ein elektrisches Gerät gebaut, um das Metall zu finden. Es hat funktioniert, aber leider hat das Metallbett vom Präsidenten das Signal gestört. Trotzdem ist das die Geburt des modernen Metalldetektors gewesen.

Eine andere faszinierende Erfindung ist das Fotofon gewesen. Alexander hat das Fotofon sogar mehr geliebt als das Telefon! Mit diesem Gerät hat er Töne mit Licht transportiert. Er hat einen Spiegel benutzt, um Sonnenlicht zu reflektieren. Das Licht hat vibriert, wenn er gesprochen hat. Das ist der Vorläufer von der modernen Glasfaser-Technologie gewesen, die wir heute für das Internet benutzen. Er ist seiner Zeit weit voraus gewesen.

Alexander hat sich auch sehr für das Fliegen interessiert. Er hat viele Jahre lang mit großen Drachen experimentiert. Er hat riesige Konstruktionen aus vielen kleinen Dreiecken gebaut. Diese Drachen sind sehr stabil gewesen und haben sogar einen Menschen in die Luft heben können. Zusammen mit einer Gruppe von jungen Ingenieuren hat er die „Aerial Experiment Association“ gegründet. Sie haben eines der ersten Flugzeuge in Amerika gebaut, das „Silver Dart“. Alexander hat bewiesen, dass er nicht nur den Boden mit Kabeln verbinden kann, sondern auch den Himmel erobern möchte.

Er hat sogar an Booten gearbeitet! Er hat das „Tragflügelboot“ (Hydrofoil) perfektioniert. Sein Boot, die HD-4, ist im Jahr 1919 das schnellste Boot der Welt gewesen. Es ist mit über 110 km/h über das Wasser geflogen. Für Alexander ist Wissenschaft ein großes Spiel gewesen. Er hat nie aufgehört, Fragen zu stellen. Er hat Wasser entsalzt, an Klimaanlagen gedacht und über die Genetik von Schafen geforscht. Er ist ein Mann mit einem unendlichen Hunger nach Wissen gewesen.

Alexander Graham Bell ist ein sehr neugieriger Mensch gewesen. Er hat geglaubt, dass Wissen für alle Menschen da ist. Im Jahr 1888 ist er einer der Gründerväter der National Geographic Society gewesen. Zuerst ist das nur ein kleiner Club für Geografen und Experten gewesen. Aber im Jahr 1898 ist Alexander der Präsident dieser Organisation geworden. Er hat eine Vision gehabt: Er hat gewollt, dass die Zeitschrift „National Geographic“ nicht langweilig ist, sondern spannend für jeden Leser.

Er hat seinem Schwiegersohn, Gilbert Grosvenor, geholfen, die Zeitschrift zu verändern. Alexander hat gesagt: „Wir brauchen mehr Fotos! Die Menschen möchten die Welt sehen.“ Durch seine Hilfe ist die Zeitschrift weltberühmt geworden. Sie haben über ferne Länder, Tiere und fremde Kulturen berichtet. Alexander hat viel Geld in dieses Projekt gesteckt, weil er gewusst hat: Bildung ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft. Er ist sehr stolz auf den Erfolg von National Geographic gewesen.

In dieser Zeit hat er auch viel Zeit in Kanada verbracht, an einem Ort namens Baddeck. Er hat dort ein großes Haus gebaut und es „Beinn Bhreagh“ genannt. Das ist Gälisch und bedeutet „Schöner Berg“. Dort hat er sein eigenes privates Labor gehabt. Er hat junge Wissenschaftler eingeladen und hat mit ihnen über die Zukunft gesprochen. Er hat über Dinge nachgedacht, die heute für uns normal sind: Er hat zum Beispiel schon vor über 100 Jahren über die Erwärmung der Erde durch Kohle und Gas nachgedacht!

Alexander ist eine Inspiration für viele Menschen gewesen. Er hat Preise bekommen und viele Universitäten haben ihm Ehrentitel gegeben. Aber er ist immer bescheiden geblieben. Er hat sich selbst nie als „Star“ gesehen, sondern immer als einen Lehrer für Gehörlose. Er hat gesagt: „Ein Mann, der aufhört zu lernen, hört auf zu leben.“ Bis ins hohe Alter ist er jeden Morgen mit neuen Fragen aufgewacht. Er hat bewiesen, dass ein echter Wissenschaftler niemals in Rente geht, solange sein Kopf noch voller Träume ist.

Alexander Graham Bell ist in seinen letzten Jahren sehr oft in seinem Haus in Kanada gewesen. Er hat die Natur geliebt und hat dort bis zum Ende gearbeitet. Am 2. August 1922 ist Alexander im Alter von 75 Jahren gestorben. Er ist sehr friedlich eingeschlafen. Seine Frau Mabel ist bei ihm gewesen. Die Nachricht von seinem Tod ist sehr schnell um die ganze Welt gegangen. Alle Menschen haben gewusst: Wir haben einen der größten Denker der Geschichte verloren.

Zwei Tage später, am Tag von seiner Beerdigung, ist etwas sehr Emotionales passiert. Um genau 18:25 Uhr haben alle Telefonleitungen in Nordamerika für eine Minute aufgehört zu arbeiten. Über 13 Millionen Telefone sind plötzlich still gewesen. Die Menschen haben nicht gesprochen, um Alexander Graham Bell zu ehren. Das ist ein Moment voller Respekt gewesen. Die Welt ist für eine Minute so still gewesen, wie sie vor seiner Erfindung gewesen ist.

Sein Erbe ist heute unglaublich groß. Alexander hat nicht nur ein Gerät gebaut, er hat eine neue Ära der Kommunikation gestartet. Heute haben wir Smartphones und das Internet, aber die Basis für alles ist seine Idee aus dem Jahr 1876 gewesen. Er hat gezeigt, dass Distanz kein Problem für die menschliche Stimme sein muss. Er hat die Menschen zusammengebracht. Jedes Mal, wenn wir heute „Hallo“ am Telefon sagen, ist ein kleiner Teil von Alexander Graham Bell dabei.

Man hat Alexander auf seinem geliebten Berg in Kanada begraben. Auf seinem Grabstein steht nur: „Erfinder“. Er hat das Telefon erfunden, aber er hat auch Hoffnung für Gehörlose und Inspiration für Millionen von Schülern gebracht. Er hat einmal gesagt: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.“ Er ist durch die letzte Tür gegangen, aber er hat für uns alle die Tür zur modernen Welt weit geöffnet. Er ist ein Mann gewesen, der die Stille besiegt hat.