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Als ich mich als Kind verlaufe

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Als ich acht Jahre alt bin, erlebe ich einen Moment, den ich nie vergesse. An einem Samstag gehe ich mit meiner Mutter in ein großes Einkaufszentrum. Es ist sehr voll, überall laufen Menschen, und ich sehe viele bunte Schaufenster. Am Anfang halte ich die Hand meiner Mutter. Doch plötzlich sehe ich ein Spielzeuggeschäft auf der anderen Seite. Ohne lange zu denken, laufe ich dorthin.

Nach ein paar Minuten merke ich, dass meine Mutter nicht mehr hinter mir steht. Ich schaue nach links und nach rechts, aber ich sehe sie nicht. In diesem Moment verstehe ich, dass ich allein bin. Mein Herz schlägt schnell, und ich bekomme Angst. Das Einkaufszentrum wirkt plötzlich viel größer als vorher.

Ich beginne zu weinen und rufe nach meiner Mutter. Einige Menschen schauen mich an, aber niemand weiß, wo sie ist. Eine freundliche Frau kommt zu mir und fragt ruhig nach meinem Namen. Ich erkläre ihr die Situation. Sie bringt mich zur Information am Eingang. Dort arbeitet ein Mann, der eine Durchsage macht.

Die Minuten fühlen sich sehr lang an. Ich habe viele negative Gedanken. Ich denke, dass ich meine Mutter vielleicht nie wieder finde. Doch nach kurzer Zeit sehe ich sie schnell auf mich zukommen. Sie sieht sehr besorgt aus und nimmt mich sofort in den Arm.

In diesem Moment fühle ich große Erleichterung. Ich verspreche meiner Mutter, nie wieder einfach wegzulaufen. Diese Erfahrung lehrt mich, wie wichtig es ist, in der Nähe der Eltern zu bleiben. Auch heute erinnere ich mich noch an dieses Gefühl von Angst und Erleichterung.